Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Warnschuss für Deutschland Baustellen, Bedenken und Prügel von der Presse

Deutschland ist trotz der 1:2-Niederlage gegen Ecuador Gruppensieger. Das Selbstverständnis hat aber gelitten.

Fussballspiel-Szene mit mehreren Personen, die Trikots tragen.
Legende: Gegen Ecuador stach der Superjoker nicht Deniz Undav und Bundestrainer Julian Nagelsmann. imago images/Kirchner-Media

Das Warten auf den ersten K.o.-Runden-Gegner war nach dem 1:2 gegen Ecuador plötzlich nicht mehr Hauptthema bei Deutschland. Die erste Turnier-Niederlage im Finalstadion bei New York hat nicht nur Fragen und Baustellen aufgeworfen, sondern auch massive Bedenken.

Die deutschen Medien gingen mit dem DFB-Team hart ins Gericht: Von einer bröckelnden Fassade sprach man beim kicker, während die Boulevardzeitung Bild titelte: «So sind wir bald raus!». Die Welt schrieb derweil von einem «bedenklichen Auftritt». Im Land von Co-Gastgeber USA fragte die New York Times: «Ist Deutschland zu wankelmütig, um den Titel zu holen? Deutschland wurde bislang nicht wirklich als Turnierfavorit gehandelt, und dieses Spiel zeigte, warum.»

Beim viermaligen Weltmeister fehlte die letzte Anspannung. Es ging beim DFB-Team im Grunde nur um den Flow, um das weitere Einspielen der nahezu ersten Formation. Und um ein gutes Gefühl vor den Alles-oder-nichts-Spielen. Doch nun tun sich vor Nagelsmann plötzlich Baustellen auf.

Wo sind «Wusiala»? Oder Woltemade?

Wo ist Manuel Neuers Aura? Was ist los im zentralen defensiven Mittelfeld, wo Aleksandar Pavlovic erneut schwächelte? Wo ist die Antriebskraft von Captain Kimmich, dessen Auswechslung nach einer Stunde allerdings abgesprochen war? Wann zünden Jamal Musiala und Florian Wirtz als Zauberduo «Wusiala»? Und wofür ist eigentlich Null-Minuten-Mann Nick Woltemade in Amerika dabei?

Aktionismus lehnt Nagelsmann ab. Kimmich ins Mittelfeld neben Felix Nmecha zu stellen, kommt für ihn derzeit nicht in Frage. «Und was machen wir mit Pavlovic? Ich will auf Felix und Pavlo nicht verzichten. Ich finde, dass sie es gut machen. Im Fussball kann man nichts ausschliessen, aber ein Wechsel ist akut nicht geplant», sagte Nagelsmann.

Bei Wirtz fehle ein Tor, «die Dosenöffner-Aktion», sagte der Bundestrainer. «Aber das wird kommen, ganz sicher.» Und bei Musiala gehe es nur um Rhythmus. «Wir wissen alle, was für Fähigkeiten er hat. Das müssen wir alle gemeinsam aus ihm rauskitzeln – er auch. Er muss an sich glauben und nicht so viel nachdenken.»

Ein Trio kommt als Gegner in Frage

Für Deutschland kommen im Sechzehntelfinal noch drei Gegner in Frage: Schottland, Schweden und – als wahrscheinlichste Option – Paraguay. Keiner aus dem Trio ist ein Überteam. Aber nach dem mehr erzwungenen als erspielten 2:1-Wendesieg gegen die Elfenbeinküste und der ersten Niederlage nach zuvor 11 Siegen seit September 2025 gegen Ecuador scheint ein Achtelfinaleinzug von Deutschland nicht mehr programmiert.

FIFA WM 2026

SRF zwei, sportlive, 25.06.2026, 21:50 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel