Erinnerungen an die WM 2022 werden wach. Damals, im katarischen Winter, schied die Schweiz im Achtelfinal gegen Portugal sang- und klanglos mit 1:6 aus. Es ist bis heute die wohl schmerzhafteste Niederlage in der Trainer-Karriere von Murat Yakin. Einfluss auf das Resultat hatte zumindest teilweise ein Virus, das im Vorfeld des Duells mehrere Spieler der Nati flachgelegt hatte.
Dreieinhalb Jahre später sorgen vor dem Achtelfinal erneut Schlagzeilen über eine Krankheitswelle für Aufsehen. Allerdings nicht im Schweizer Lager, sondern in jenem von Gegner Kolumbien. So sollen schon vor dem 1/16-Finalsieg gegen Ghana zahlreiche Akteure geschwächt worden sein.
Auch James Rodriguez, der in der Halbzeit ausgewechselt werden musste, sei davon betroffen. Die spanische AS zitierte den Captain nach dem Spiel: «Es geht ein Virus um, der wirklich hartnäckig ist. Viele von uns spüren die Auswirkungen.»
Kolumbien hat eine Reise hinter sich
Während die Schweiz nach ihrem Sieg über Algerien in Vancouver bleiben konnte und sich seit Donnerstagabend erholen kann, verfügten die Südamerikaner über einen Tag weniger Pause. Auch die Reise von der Hitze von Kansas City über 2500 Kilometer und 2 Zeitzonen ins kühle British Columbia darf nicht unterschätzt werden.
Zu allem Überfluss verletzte sich in der Startphase des Duells mit Ghana auch noch Jhon Cordoba an den Adduktoren. Der wuchtige Stürmer von Krasnodar dürfte an der WM nicht mehr zum Einsatz kommen.
Vorsichtsmassnahmen gegen Krankheitswelle bei der Nati
Im Schweizer Lager wurde derweil seit Beginn der WM penibel zu verhindern versucht, dass ein erneuter Virusausbruch die Pläne der Nati durchkreuzt. Neben Hygienemassnahmen (Desinfektionsgels werden häufig genutzt, Händeschütteln wird wann immer möglich vermieden) werden auch die Klimaanlagen rund um die Nati nur sparsam eingesetzt.
Und in der neu geschaffenen Abteilung «Family & Friends» werden die Kontakte zur Familie geregelt. Wann immer möglich sollen Treffen im Freien stattfinden. Dies alles, um den Albtraum von 2022 nicht wieder erleben zu müssen.