- Die Schweizer Nati steht nach einem 4:3 nach Penaltyschiessen (0:0 nach 90 und 120 Minuten) über Kolumbien im WM-Viertelfinal.
- Gregor Kobel pariert einen Versuch, Ruben Vargas versenkt den entscheidenden 5. Schuss.
- Im Viertelfinal am 12. Juli um 03:00 Uhr MESZ heisst der Gegner der Schweiz Argentinien, das sich gegen Ägypten durchsetzen konnte.
Erstmals in der Fussball-Neuzeit steht die Schweiz in einem WM-Viertelfinal. Nach 1934, 1938 und 1954 ist es insgesamt das 4. Mal, dass eine Nati unter den letzten Acht einer WM steht. Das Erreichen an der WM 2026 war an Dramatik kaum zu überbieten. Nachdem es nach 90 sowie 120 Minuten gegen Kolumbien 0:0 geheissen hatte, musste das Elfmeterschiessen entscheiden.
Und dort bewiesen die Schweizer Nerven aus Drahtseilen: Nachdem Gregor Kobel den 4. Versuch von Cucho Hernandez stark parieren konnte, machte Ruben Vargas als 5. Schütze den Sack zu. Der Jubel im Schweizer Lager kannte keine Grenzen, während der Sevilla-Stürmer die Kolumbianer ins Tal der Tränen stürzte.
Zuvor hatte schon Davinson Sanchez den 2. Versuch an die Latte gehämmert, Manuel Akanji aber – wie schon im EM-Viertelfinal 2024 gegen England und 2021 gegen Spanien – auch verschossen und den Vorteil wieder aus der Hand gegeben. Am Ende blieb sein Fehlschuss allerdings eine Randnotiz.
Der Sieg muss erdauert werden
In der regulären Spielzeit hatten sich die Schweiz und Kolumbien weitestgehend neutralisiert und einen wahren Abnützungskampf geliefert. Für den neutralen Zuschauer war die Partie keine Fussball-Feinkost.
Die Nati musste in der Stammformation neben Michel Aebischer und Luca Jaquez kurzfristig auch auf Johan Manzambi verzichten. Der WM-Shootingstar hatte sich im Abschlusstraining eine Knieprellung zugezogen. Auch Ruben Vargas konnte wegen muskulärer Probleme nicht von Anfang an beginnen.
Das Fehlen der beiden produktivsten Spieler an dieser WM machte sich bemerkbar: Vor allem in der ersten Halbzeit bekundeten die Schweizer grosse Probleme, das Spiel zu kontrollieren. Jashari, der anstelle von Manzambi ins Spiel gerückt war, war kein Faktor. Die gefährlichste Aktion hatten die Kolumbianer: Den Schlenzer von Gustavo Puerta (21.) parierte Kobel sicher.
In der Verlängerung klingelt's fast
Erst mit der Hereinnahme von Djibril Sow zur Pause bekam das Yakin-Team mehr Zugriff auf das Spiel. Und dieser Sow war es auch, der wenig später die wohl vielversprechendste Chance vergab, als er nach einer Ndoye-Hereingabe in aussichtsreicher Position ausglitt.
Auch in der Verlängerung besassen beide Teams Chancen. Aus Schweizer Sicht scheiterte Amdouni in der 104. an Vargas. Kolumbien jubelte zweimal fast:
- 99. Minute: Jhon Lucumi setzt seinen Kopfball nach einem Eckball an die Latte.
- 115. Minute: Nachdem Granit Xhaka den Ball vertändelt, schiesst Leandro Campaz drüber.
Die Nati hat damit den 4. WM-Viertelfinal in ihrer Geschichte erreicht. Vergleichbar mit 1934, 1938 und 1954 ist das aktuelle Resultat indes nicht: In den ersten beiden Jahren startete das Turnier direkt mit den Achtelfinals, bei der Heim-WM qualifizierte sie sich durch das Überstehen einer abgespeckten Vorrunde.
So geht es weiter
Im Viertelfinal geht es für die Nati in Kansas City weiter. Gegner wird niemand Geringeres als Weltmeister Argentinien sein. Aus Schweizer Sicht heisst es dann wieder: Wecker stellen! Die Partie findet um 03:00 Uhr morgens MESZ statt.