- Frankreich gewinnt einen zähen WM-Achtelfinal gegen Paraguay in Philadelphia mit 1:0.
- Das goldene Tor fällt nach knapp 70 Minuten durch einen Penalty von Kylian Mbappé.
- Im Viertelfinal trifft Frankreich am Donnerstag in Boston auf Marokko, das sich gegen Kanada 3:0 mit durchsetzt.
Lange mussten sich die französischen Fans bei rund 40 Grad Celsius in der Hitze von Philadelphia gedulden, bis ihr Team gegen die gut organisierten Paraguayer ein Mittel fand. Nach einer äusserst mauen 1. Halbzeit drehten die Franzosen nach dem Seitenwechsel allmählich auf. Adrien Rabiot aus der Distanz und Ousmane Dembélé aus spitzem Winkel fanden mit ihren Abschlüssen den Weg aufs Tor aber auch noch nicht.
Dies machte Manu Koné wenig später besser. Der Mittelfeldspieler der AS Roma versuchte es in der 54. Minute mit einem Weitschuss und zwang Paraguay-Goalie Orlando Gill damit zu einer ersten richtigen Parade. Wirklich gefährlich war der Weltmeister von 2018 gegen den sehr destruktiv eingestellten Gegner aber nach wie vor nicht. Dafür kam ihm der VAR zur Hilfe.
Mbappé ist Messi auf den Fersen
Denn nach einem Vergehen von Paraguay-Verteidiger Diego Gomez im eigenen Strafraum gegen den frisch eingewechselten Désiré Doué wurde Schiedsrichter Ilgiz Tantashev in der 67. Minute an den Bildschirm gebeten. Nach kurzem Videostudium entschied der Usbeke auf Penalty. Captain Kylian Mbappé übernahm die Verantwortung und verlud Gill mit einem Flachschuss in die rechte Ecke.
Es war der 19. WM-Treffer für den 27-jährigen Superstar der Franzosen, der damit erneut nur noch ein Tor hinter Rekordhalter Lionel Messi liegt. Doch auch mit der Führung im Rücken taten sich «Les Bleus» weiter schwer. Der grosse Favorit kam kaum zu Torszenen, erst in der 89. Minute bot sich Mbappé die Möglichkeit, den Sack zuzumachen.
Paraguay mit mehr Unsportlichkeiten als Torschüssen
Gill machte diese jedoch zunichte und Paraguay kam eine Minute später zu seiner einzigen Chance auf den Ausgleich. Mike Maignan im Frankreich-Tor hatte beim Distanzversuch von Joker Mauricio aber keine Probleme. Es war der einzige Torschuss der Paraguayer in der gesamten Partie.
Spielerisch hielten sie sich über weite Strecken vornehm zurück, dafür teilten sie physisch immer wieder aus. Viele kleine Fouls und Provokationen an der Grenze zur Tätlichkeit prägten ihren Auftritt. Im Durchschnitt brachten sie weniger als einen Pass pro Minute an den Mann.
Auf der anderen Seite blieb Mbappé in der Nachspielzeit bei einer vorzüglichen Doppelchance nochmals an Gill hängen und verpasste es, mit Messi gleichzuziehen. Paraguay war aber zu keiner echten Reaktion mehr fähig und musste sich nach gut 100 Minuten aus dem Turnier verabschieden. Nach der Sensation gegen Deutschland dürfte das Team von Gustavo Alfaro trotzdem erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.
So geht's weiter
Am Donnerstag steht für Frankreich der nächste Test an. In der Reprise des Halbfinals von vor 4 Jahren trifft das Team von Didier Deschamps in Boston auf Marokko, das sich in seinem Achtelfinal gegen Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 durchsetzte.