- Kanada schlägt Katar in Vancouver mit 6:0 und übernimmt die Tabellenführung der WM-Gruppe B.
- Bereits zur Pause führt der Co-Gastgeber komfortabel mit 3:0, bei Katar fliegen zwei Spieler vom Platz.
- Im anderen Spiel der Gruppe gewinnt die Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina mit 4:1.
Kanada gelang im zweiten Gruppenspiel an der WM gegen Katar genau das, was der Schweizer Nati wenige Tage zuvor nicht gelungen war: Dem Gegner einige Tore einzuschenken und ihn gar nicht in die Partie kommen zu lassen. Katar wählte auch gegen den Co-Gastgeber den ultra-defensiven Ansatz, nur ging er dieses Mal gehörig schief. Während die Katari weiter warten müssen, feierten die Kanadier den ersten WM-Sieg ihrer Geschichte.
Schon zur Pause war die Partie entschieden. Cyle Larin, der im 1. Spiel gegen Bosnien-Herzegowina als Joker getroffen hatte, rückte bei den Kanadiern in die Startelf und bedankte sich nach einer Viertelstunde mit dem 1:0 für das Vertrauen. Der Stürmer reagierte nach einem Abpraller von Goalie Mahmoud Abunada am schnellsten und schob den Ball über die Linie.
Mit dem Führungstreffer im Rücken drückte Kanada immer weiter. Drei Szenen prägten den Rest der 1. Hälfte:
- 29. Minute: Mit Jonathan David trifft auch der zweite Stürmer. Er nimmt den Ball volley aus der Luft und erhöht auf 2:0.
- 33. Minute: Homam Al Amin kann sich nur noch mit einer Notbremse helfen. Nach VAR-Intervention wird der ursprüngliche Penalty-Entscheid auf Freistoss korrigiert, dafür muss der Verteidiger mit Rot vom Platz.
- 45+3. Minute: David schlägt ein zweites Mal zu. Nach einer starken Parade von Abunada trifft er aus kurzer Distanz.
Zweiter Platzverweis und bittere Verletzung
Die kanadischen Freuden wurden in der 2. Halbzeit jäh gestoppt. Nach 8 Minuten im 2. Durchgang lag Mittelfeld-Antreiber Ismael Koné plötzlich schmerzverzerrt am Boden. Der 24-Jährige war von Assim Omer Madibo getroffen worden. Die Bilder sahen übel aus und deuteten auf einen Beinbruch hin. Koné musste das Feld auf der Trage verlassen, Madibo wurde mit Rot vom Platz geschickt.
Zu neunt wurde die Aufgabe für die Katari natürlich noch einmal ungemein schwerer. Das völlig überforderte Team von Julen Lopetegui kassierte durch einen direkten Freistoss von Koné-Ersatz Nathan Saliba noch das 0:4 (64.) und danach noch das 0:5 – symptomatisch für das verheerende Auftreten der Kataris war es ein Eigentor von Mohammad Al Mannai (75.). Den Schlusspunkt setzte David mit seinem dritten Treffer in der 2. Minute der Nachspielzeit. Zum Jubeln war ihm wegen der schweren Verletzung Konés aber nicht mehr zumute.
So geht es weiter
Am Mittwoch (21:00 Uhr Schweizer Zeit) kommt es in Vancouver zwischen der Schweiz und Kanada zum Direktduell um den Gruppensieg. Die Ausgangslage ist klar: Dem Co-Gastgeber reicht ein Unentschieden, die Nati braucht den Sieg für Rang 1. Katar trifft zeitgleich in Seattle auf Bosnien-Herzegowina und darf sich wohl nur noch mit einem Sieg Hoffnungen auf das Weiterkommen machen.