Dank den Siegen gegen Curaçao und die Elfenbeinküste steht Deutschland als Sieger der Gruppe E fest. Das abschliessende Gruppenspiel am Donnerstag (22:00 Uhr Schweizer Zeit) gegen Ecuador kommt für das Team von Julian Nagelsmann einem Freispiel gleich.
Totalumbau oder Rotation light? Personell im Flow bleiben oder intensiv die Power-Bank aktivieren? Diese Fragen stellen sich Nagelsmann. Der 38-Jährige kann bei der Aufstellung ausnahmsweise ohne Ergebnisdruck auswählen.
Ein Kandidat für die Startelf ist Edeljoker Deniz Undav, der bereits drei WM-Tore auf seinem Konto hat. Den Platz des verletzten Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung erbt Antonio Rüdiger. Aussenverteidiger Nathaniel Brown wird wegen leichten Adduktorenbeschwerden pausieren.
Flow vs. Belastungssteuerung
«Wir werden im Trainerteam und mit Rudi Völler (DFB-Sportdirektor) diskutieren, inwieweit wir was wechseln und die Belastung anpassen», hatte Nagelsmann angekündigt.
Um das ganz grosse Ziele zu erreichen, müssen wir noch ein paar Prozente drauflegen.
Auch wenn er sein grundsätzliches Turniermotto – «step by step» – nicht aufweichen möchte, muss dieses Mal der nur vier Tage später stattfindende Sechzehntelfinal gegen einen noch unbekannten Gruppendritten mitgedacht werden. Alles andere wäre fahrlässig.
Die Marschroute lautet: «Wir wollen in diesem Flow bleiben, um danach auch im Sechzehntelfinale selbstbewusst aufzutreten», betonte Völler. Denn um das ganz grosse Ziele zu erreichen, «müssen wir noch ein paar Prozente drauflegen».
DFB-Rekord lockt
Gegen Ecuador gilt: Jeder Sieg beflügelt und stärkt das Selbstverständnis. Es winkt sogar ein DFB-Rekord. Zwölf Siege in Serie gelang Deutschland erst einmal in seiner über 100-jährigen Geschichte. Und zwar von Mai 1979 bis Juni 1980 unter Jupp Derwall.
46 Jahre später kann Nagelsmann die Bestmarke egalisieren. Die letzte Niederlage setzte es für Deutschland Anfang September 2025 auswärts in der Slowakei ab (0:2).
Ecuador braucht drei Punkte
Mehr auf dem Spiel steht am Donnerstag in East Rutherford für Ecuador. Das Team von Sebastian Beccacece, der bei den Fans erheblich in der Kritik steht, war in der WM-Qualifikation in Südamerika hinter Weltmeister Argentinien immerhin Zweiter geworden und mit einer Serie von 19 Partien ohne Niederlage zur WM gereist. An der Endrunde sind die Südamerikaner mit nur einem Zähler bisher viel schuldig geblieben und benötigen einen Sieg.
Der Elfenbeinküste reicht in Philadelphia bereits ein Punkt gegen Curaçao, um Platz zwei zu sichern. Der Underdog aus der Karibik will unterdessen weiter für Furore sorgen. Nach dem historischen Remis gegen Ecuador möchte der WM-Debütant auch die Ivorer überraschen.
Im Mittelpunkt könnte erneut Keeper Eloy Room stehen, der die Ecuadorianer zur Verzweiflung brachte. Die Truppe von Coach Dick Advocaat kann jedenfalls befreit aufspielen, hat man doch die Erwartungen an das kleinste WM-Teilnehmerland der Geschichte längst übertroffen.