- Belgien fährt in der WM-Gruppe G im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland einen hochverdienten 5:1-Erfolg ein.
- Der omnipräsente Leandro Trossard ist in Vancouver an den ersten 3 Toren direkt beteiligt.
- Der Iran verpasst in Seattle haarscharf das direkte Weiterkommen. Nach dem 1:1 gegen Ägypten (Rang 2) müssen die Iraner als Gruppendritte noch hoffen.
Wo war dieses Offensiv-Feuerwerk in den ersten beiden Gruppenspielen geblieben? Diese Frage dürfte sich während dem Duell zwischen Belgien und Neuseeland so manch ein belgischer Fan gestellt haben. Die «Roten Teufel» kannten im BC Place Vancouver von der ersten Sekunde an nur eine Richtung: Vollgas nach vorne. 16:0 lautete das Schussverhältnis nach den ersten 45 Minuten, nach Spielende sollten es 35:6 Schüsse sein.
Mann des Spiels beim auch in der Höhe absolut verdienten 5:1-Erfolg über immer wieder überforderte Neuseeländer war Arsenal-Angreifer Leandro Trossard. Der 31-Jährige hatte schon in der 11. Minute fast gejubelt, sein Abschluss landete jedoch am Innenpfosten und wurde dann auf der Linie noch geklärt. Zudem wurde nach 19 Minuten ein von ihm vermeintlich herausgeholter Handelfmeter nachträglich annulliert.
Pechvogel Trossard? Nein, denn in der Folge erzwang Belgiens Nummer 10 das Glück:
- 28. Minute: Kevin De Bruyne tritt eine Ecke, die Neuseeland nicht verteidigen kann. Trossard steht goldrichtig und haut den Ball aus kurzer Entfernung zum 1:0 ins Tor.
- 50. Minute: Hans Vanaken bedient Trossard, dessen Versuch geblockt wird. Den Abpraller nimmt er stark mit der Brust an, anschliessend trifft der Stürmer mit einer Direktabnahme aus der Luft zum 2:0.
- 66. Minute: Trossard treibt den Ball nach vorne, mit etwas Glück gelangt dieser zu De Bruyne. Der Mittelfeldstar zieht von der Strafraumgrenze trocken ab und erhöht auf 3:0.
Perfekte Einwechslungen von Garcia
Mit diesem Resultat zog Belgien am Iran und an Ägypten – da stand es zu diesem Zeitpunkt 1:1 – vorbei an die Spitze der Gruppe G. Die Partie plätscherte langsam dem Ende entgegen, als es plötzlich doch noch einmal dramatisch wurde. Nach einem Corner kam Neuseelands Elijah Just an den Ball, der nicht lange fackelte und wuchtig zum 1:3 traf. Damit wären die Belgier wieder Gruppenzweite gewesen.
Kurz nach Justs Tor wechselte Trainer Rudi Garcia Stürmerstar Romelu Lukaku und Nicolas Raskin ein. 46 Sekunden später bediente Raskin Lukaku und schon war der 3-Tore-Abstand wieder hergestellt. Tief in der Nachspielzeit legte Lukaku zudem noch das 5:1 von Alexis Saelemaekers auf. Der Gruppensieg war damit eingetütet.
Spätes Drama um den Iran
Im Duell zwischen Ägypten und dem Iran stand es lange Zeit 1:1. Mahmoud Saber hatte die Ägypter in Führung gebracht (5.), Ramin Rezaeian glich – 3 Minuten nach einem Penalty-Fehlschuss von Mehdi Taremi – zum 1:1 aus (14.).
Tief in der Nachspielzeit wurde es im Seattle-Stadion aber noch einmal so richtig hektisch. Die Iraner drückten auf das 2:1, das ihnen das Ticket für die K.o.-Phase garantiert hätte. Tatsächlich lag das Leder in der 93. Minute auf einmal im Netz Ägyptens – Shoja Khalilzadeh hatte zum vielumjubelten, aber eben auch vermeintlichen 2:1 getroffen. Der Treffer wurde wegen einem knappen Abseits nach Videostudium annulliert.
So geht's in den 1/16-Finals weiter
- 1. Juli, 22:00 Uhr, Seattle: Belgien – Dritter Gruppe A/I/J
- 3. Juli, 20:00 Uhr, Dallas: Australien – Ägypten
Wann der Iran seinen allfälligen Sechzehntelfinal bestreitet, steht erst nach den letzten Gruppenspielen am Sonntagmorgen Schweizer Zeit fest.