Wenn die Schweiz am Donnerstag (ab 21 Uhr, auf SRF zwei) im 2. WM-Gruppenspiel auf Bosnien-Herzegowina trifft, ist es für vier Akteure der Südosteuropäer eine besondere Angelegenheit:
Haris Tabakovic
Die stärkste Beziehung zur Schweiz hat Haris Tabakovic. Der 31-jährige Stürmer wurde in Grenchen geboren, durchlief die Nachwuchsabteilungen von YB und unterschrieb 2013 seinen ersten Profivertrag in Bern. Nach Stationen bei YB, Wil und GC (3 Tore in 56 Super-League-Spielen) wagte er den Schritt ins Ausland. Über Ungarn und Österreich führte sein Weg nach Deutschland. Tabakovic, der für verschiedene Schweizer U-Nationalteams spielte und erst 2023 für Bosnien debütierte, kam in der vergangenen Saison bei Leihklub Borussia Mönchengladbach in 35 Einsätzen auf 15 Tore.
Nach einer Fussverletzung war lange unklar, ob er überhaupt an die WM reisen kann. Gemäss Medienberichten wird es für einen Einsatz gegen sein Geburtsland noch nicht reichen. Ein Wiedersehen mit den Nati-Spielern Yvon Mvogo und Denis Zakaria von YB-Zeiten wird es für ihn gegen die Schweiz dennoch geben. Auch wenn nicht auf dem Spielfeld.
Ermedin Demirovic
Der in Hamburg geborene Deutsch-Bosnier machte in der Saison 2019/20 beim FC St. Gallen auf sich aufmerksam. Als Leihspieler bildete Demirovic zusammen mit Cedric Itten eines der gefährlichsten Sturmduos der Super League. Das «Ostschweizer Traumduo» hatte in einer Saison kumuliert 33 Tore erzielt. Am Donnerstag sind die einstigen Teamkollegen Gegner. Gegen die Schweiz trifft er neben Itten auch auf seinen Ex-«Espen»-Kollegen Miro Muheim. Mittlerweile verdient der 28-jährige Demirovic seine Brötchen beim VfB Stuttgart.
Im Nationaldress konnte Demirovic seine Torgefährlichkeit noch nicht ganz unter Beweis stellen. In 41 Partien gelangen ihm lediglich 4 Tore. Symbolisch dafür war eine Szene aus dem WM-Auftaktspiel gegen Kanada (1:1), als Demirovic alleine vor dem Tor am 2:0 scheiterte. Gut möglich, dass Demirovic im Spiel gegen die Schweiz als Doppelspitze neben Captain Edin Dzeko auflaufen wird.
Nikola Katic
Der 1,94 Meter grosse Innenverteidiger dürfte vor allem Fans des FCZ bestens bekannt sein. Bei den Zürchern entwickelte sich Katic in seiner Zeit von 2022 bis 2025 zum Publikumsliebling. In einer oft anfälligen Defensive war der Bosnier mit seiner Winner-Mentalität der Fels in der Brandung. Nach 86 Spielen verabschiedete sich der 29-Jährige in Richtung England.
In der abgelaufenen Saison feierte er mit Schalke – gemeinsam mit Dzeko – den Aufstieg in die Bundesliga. Beim WM-Auftakt gegen Kanada gehörte Katic zu den auffälligsten Spielern und überzeugte als Führungsspieler in der Abwehr.
Armin Gigovic
Armin Gigovic wechselte im Sommer 2025 von Holstein Kiel zu YB und gehört zu den insgesamt zehn WM-Teilnehmern aus der Super League. Der in Schweden geborene und aufgewachsene 24-Jährige entschied sich nach Einsätzen für die schwedischen Nachwuchsteams und zwei A-Länderspielen (keine Pflichtspiele) für einen Nationenwechsel zu Bosnien-Herzegowina.
Im Spiel gegen Kanada wurde Gigovic nach rund einer Stunde eingewechselt, konnte jedoch wie das gesamte Team in der zweiten Hälfte nur wenige Impulse setzen. Von YB kennt er die Nati-Spieler Christian Fassnacht und Marvin Keller bestens.