Auf der Jagd nach dem sechsten Stern stellt sich am Sonntagabend (22:00 Uhr, live bei SRF) dem Rekord-Weltmeister Brasilien das Nationalteam Norwegens entgegen. Im Achtelfinal sind die Südamerikaner zu favorisieren, doch wenig überraschend bereitet der «Seleção» vor allem ein Name etwas Kopfzerbrechen.
Erling Braut Haaland, wie die norwegische Urgewalt mit vollem Namen heisst, hat bei seiner ersten WM-Teilnahme nämlich keine Anlaufschwierigkeiten. Nach vier Spielen – gegen Frankreich nahm er auf der Ersatzbank Platz – steht der Stürmer von Manchester City bereits bei fünf Toren.
Beträchtliche Grössenunterschiede
Brasiliens Coach Carlo Ancelotti hat neben Haaland Respekt vor den norwegischen Standards. Haaland misst 1,95 m, sein Sturmpartner Alexander Sörloth ist noch einen Zentimeter grösser. Innenverteidiger Kristoffer Ajer kommt gar auf 1,98 m.
Brasiliens Innenverteidiger Marquinhos (1,83 m) und Gabriel Magalhaes (1,90 m) können da nicht ganz mithalten. Um diesen Nachteil auszugleichen, widmete Ancelotti einen Teil des Trainings am Freitag der Verteidigung, «da wir wissen, dass die Norweger über eine sehr starke Waffe verfügen, vor allem bei Standard-Situationen», erklärte der brasilianische Stürmer Matheus Cunha.
Die letzten Auftritte der beiden Teams
Vor 28 Jahren siegte Norwegen
Aber auch Brasilien verfügt mit Vinicius Junior über eine fantastische Offensivkraft. Der Flügelspieler von Real Madrid hat in vier Spielen bereits vier Tore erzielt. «Vini ist ein Problem für alle Mannschaften, wenn er gut spielt. Wir werden versuchen, dieses Problem zu lösen», erklärte Norwegens Coach Stale Solbakken.
«Alle Mannschaften müssen eine Taktik finden, wie Vinicius Junior zu stoppen ist. Aber das ist nicht einfach, wie wir bislang gesehen haben. Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben», fügte der Trainer hinzu.
An einer WM trafen die beiden Teams übrigens erst einmal aufeinander. 1998 in Frankreich gewann Norwegen in der Gruppenphase mit 2:1. Trainer Solbakken gehörte damals als Spieler zum Kader. Auch in den drei Freundschaftsspielen gelang Brasilien kein Sieg (zwei Unentschieden, eine Niederlage). Dennoch sagte Solbakken: «Brasilien ist natürlich der Favorit. Aber wir hoffen, dass wir sie fordern können.»