In der Vorrunde hinterliess Argentinien zusammen mit Frankreich den besten Eindruck aller WM-Titanen. In einer Gruppe mit Algerien (3:0), Österreich (2:0) und Jordanien (3:1) spazierte der Titelverteidiger in die Sechzehntelfinals durch.
Zum Start der K.o.-Phase gegen Kap Verde wurden die Nerven der Argentinier aber entgegen aller Erwartungen so richtig strapaziert.
Auch Argentinien ist nicht unwiderstehlich
Zweimal kämpfte sich der WM-Neuling in Miami von einem Rückstand zurück, ehe ein Eigentor von Diney Borges – provoziert von Cristian Romero – in der 115. Minute das Pendel doch noch auf die Seite des Favoriten ausschlagen liess. Die Erleichterung bei Argentinien nach dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung war riesengross.
Der Sechzehntelfinal zeigte indes auf, dass die «Albiceleste» nicht unwiderstehlich ist. Das dürften auch die Ägypter registriert haben, die sich Argentinien am Dienstag im Achtelfinal in Atlanta in den Weg stellen. Die Rollen sind zwar klar verteilt, doch Kap Verde hat aufgezeigt, dass man den Argentiniern auch als Aussenseiter Paroli bieten kann.
Wann wird Messi-Abhängigkeit zum Problem?
Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass Ägypten es schafft, die Wirkungskreise von Lionel Messi zu minimieren. Die Betonung liegt auf minimieren, denn ganz neutralisieren lässt sich der «Zauberfloh» nicht, das hat Messi auch mit seinen 39 Lenzen auf dem Buckel an dieser WM schon zuhauf unter Beweis gestellt.
Sieben der bisherigen elf Turniertore der Argentinier gingen auf das Konto von Messi. Der achtfache Weltfussballer des Jahres hat seine Füsse eigentlich immer im Spiel, wenn es im gegnerischen Strafraum brenzlig wird. Diese Messi-Abhängigkeit könnte Argentinien auf dem weiteren Weg zur Mission Titelverteidigung zum Verhängnis werden. Doch ist Ägypten gut genug, um dem Team von Erfolgscoach Lionel Scaloni schon im Achtelfinal ein Bein zu stellen?
Ägypten klarer Aussenseiter
Die Ägypter selbst schafften es nur mit Ach und Krach in die Runde der letzten 16. Gegen Australien entschied erst das Penaltyschiessen zugunsten der «Pharaonen». Argentinien ist ein ganz anderes Kaliber als die Australier und wird als klarer Favorit ins Achtelfinal-Duell steigen.
Doch Ägypten wird sich ein Beispiel nehmen an Kap Verde. Mit dem Unterschied, dass bei Mohamed Salah und Co. nach dem Schlusspfiff keine Tränen der Enttäuschung, sondern Freudentränen fliessen sollen.