Hochs und Tiefs gehören gewiss zur Karriere eines Fussball-Profis dazu. Pedro Porro ist drauf und dran, beide Extreme innerhalb der gleichen Saison zu erleben. Der rechte Aussenverteidiger Spaniens wäre in der abgelaufenen Spielzeit um ein Haar mit seinem Klub aus der Premier League abgestiegen.
Und Porro steht nicht bei irgendeinem Verein unter Vertrag, sondern bei Tottenham. Die «Spurs» lagen bis zum 35. Spieltag auf einem Abstiegsplatz, hielten auf Kosten von West Ham aber in extremis doch noch die Klasse. Das alles, nachdem der Londoner Traditionsklub vor einem Jahr noch den Europa-League-Triumph gefeiert hatte.
Carvajals Pech ist Porros Glück
Porro spielte heuer zwar keine überragende Saison, gehörte bei Tottenham aber dennoch zu den verlässlichsten und besten Akteuren. Sein Selbstvertrauen holte sich der 26-Jährige jeweils während den Zusammenzügen mit dem Nationalteam. In fünf der sechs WM-Quali-Partien stand Porro in Luis de la Fuentes Startelf. Das lag aber auch am Umstand, dass mit Dani Carvajal die vermeintliche Nummer 1 auf der Rechtsverteidiger-Position verletzungsbedingt für längere Zeit ausfiel.
Porro wusste seine Chance zwar zu nutzen, fiel zum Ende der WM-Quali in der Hierarchie aber hinter Atletico Madrids Marcos Llorente zurück. Weil Carvajal bei Real Madrid ab Anfang Mai wieder einsatzfähig war, schien das WM-Ticket für Porro weg zu sein. Doch Nationaltrainer de la Fuente entschied sich gegen den nicht zu 100 Prozent fitten Carvajal und für Porro. Es war eine der wenigen – wenn nicht sogar die einzige Überraschung in Spaniens WM-Kader.
So freute sich Porro mit seiner Familie über die WM-Nomination
Llorente auf die Bank verdrängt
In der WM-Gruppenphase gegen Kap Verde (0:0), Saudi-Arabien (4:0) und Uruguay (1:0) wechselten sich Llorente und Porro ab, wobei Ersterer zwei Mal zum Einsatz kam. Deutlich mehr überzeugen – vor allem auch im Zusammenspiel mit Vordermann Lamine Yamal – konnte aber Porro. Und so setzte de la Fuente ab der K.o.-Phase von Beginn an nur noch auf den Tottenham-Akteur.
Eine Entscheidung, welche sich für Spanien auszahlen sollte. Porro wurde nicht nur seinem Ruf als offensivstarker Rechtsverteidiger gerecht, auch defensiv verrichtete der Mann aus Don Benito grundsolide Arbeit. Im Halbfinal gegen Frankreich liess Porro gegen Bradley Barcola, Désiré Doué und Kylian Mbappé nichts anbrennen – und krönte seine Glanzleistung mit dem herrlichen Treffer zum 2:0. Die Fifa zeichnete ihn nach dem Schlusspfiff gar als «Man of the Match» aus.
Wenn fit – er musste in der Schlussphase gegen Frankreich ausgewechselt werden –, wird Porro auch im WM-Final gegen Argentinien in der Startelf stehen. Dann bietet sich ihm die grosse Chance, sein ganz persönliches Märchen zu Ende zu schreiben.