- Die Schweiz muss sich zum Auftakt in die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gegen Katar vor 67'699 Fans mit einem 1:1 begnügen.
- In der Mittagshitze von Santa Clara kassiert die Nati den Ausgleich in der Nachspielzeit.
- In der WM-Gruppe B ist damit nach dem 1. Spieltag (auch Kanada vs. Bosnien endete 1:1) alles offen.
Es hatte sich förmlich abgezeichnet: In der Schlussphase ihres ersten WM-Spiels gegen den krassen Aussenseiter Katar schlichen sich im Passspiel der Nati immer wieder Fehler ein und Lücken offenbarten sich in der Defensive, wo zuvor keine gewesen waren. Richtig gefährlich wurde es zwar lange nicht vor Gregor Kobel ... bis in die zweitletzte Minute.
Eine Flanke des zweifachen Asienmeisters konnte Denis Zakaria nicht verhindern, ebenso wenig wie der eingewechselte Miro Muheim den Kopfball von Boualem Khoukhi am zweiten Pfosten, und schon hiess es 1:1. Weil die letzten verzweifelten Angriffe der Schweizer verpufften, blieb es schliesslich beim Remis.
Zu wenig Zielwasser getrunken
Schon der Auftakt ins Spiel hatte Nati-Coach Murat Yakin Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Bereits in der 2. Minute hatte Goalie Kobel nach einer Unsicherheit in der Schweizer Defensive im Eins-gegen-Eins gegen Edmilson Junior das 0:1 verhindert. Es hätte das Spiel gegen ultradefensiv eingestellte Katarer sicher nicht vereinfacht.
So aber übernahm die Nati nach dem frühen Aussetzer wieder das Zepter und schnürte den zweifachen Asienmeister in dessen Hälfte ein. Torhüter Mahmoud Abunada konnte sich gleich mehrfach auszeichnen.
Lange auf Kurs
In der 14. Minute kam er jedoch gegen Remo Freuler zu spät. Während er selbst nach dem Rencontre kurz verarztet werden musste, entschied Schiedsrichter Hector Said Martinez nach kurzer Rücksprache mit dem VAR auf Penalty – es war der erste Strafstoss, den die Nati in ihrer WM-Geschichte aus dem Spiel heraus erhielt. Breel Embolo verlud Abunada und beruhigte die Gemüter.
Es folgte weiter Einbahnstrassenfussball. Alleine in der 1. Halbzeit schossen Dan Ndoye, Vargas oder Embolo 14 Mal auf den gegnerischen Kasten, doch es blieb beim Mini-Vorsprung. Auch dank Kobel, der kurz vor der Pause erneut gegen Edmilson Junior zur Stelle war.
Der Druck ist schon da
Am Resultat sollte sich bis weit in die Nachspielzeit der 2. Halbzeit nichts mehr ändern. Zwar verlor Yakins Team nach der Pause nicht mehr dermassen den Faden wie zuletzt noch in den Tests gegen Jordanien und Australien. Bei der Chancenverwertung zeigte es sich aber grobfahrlässig.
Einmal zischte ein 122-km/h-Hammer von Granit Xhaka nur knapp über das gegnerische Tor, ein anderes Mal verzog der wirblige Vargas und ein drittes Mal Embolo. Am Ende verzeichneten die Schweizer auf dem Papier Möglichkeiten für drei Treffer – und wurden für ihren Chancenwucher bitter bestraft.
Von der Dominanz, die sich die Yakin-Schützlinge gegen Katar vorgenommen hatten, war kaum etwas zu sehen. So müssen sie schon nach dem ersten Spiel über die Bücher. Statt der eingeplanten drei Punkte reist man nur mit einem Zähler weiter nach Los Angeles und ist damit deutlich mehr unter Druck. Eines ist klar: So hat sich die Nati den WM-Auftakt nicht vorgestellt.
So geht es weiter
Schon kurz nach Spielschluss fliegt der Nati-Tross zurück ins Camp nach San Diego. Am Sonntag wird ein Regenerationstag eingelegt, Medienaktivitäten sind keine geplant. Ab Montag blickt man auf Spiel 2 gegen Bosnien-Herzegowina voraus. Dieses findet am kommenden Donnerstag erneut zur Mittagszeit (21:00 Uhr in der Schweiz) in Los Angeles statt.