- Ein perfekt eingestelltes Spanien schlägt Frankreich im WM-Halbfinal 2:0.
- In Dallas führen Mikel Oyarzabal (22.) und Pedro Porro (58.) die «Roja» ins Endspiel.
- Das zweite Final-Ticket fechten am Mittwoch England und Argentinien untereinander aus.
Mit dem Nationalfeiertag erinnern sich die Franzosen jährlich an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789. Genau 237 Jahre später tat sich hingegen der Sturm der französischen Nationalmannschaft immens schwer, im WM-Halbfinal in Dallas die spanische Bastion nur annähernd in Bedrängnis zu bringen. Mit einem frühen Rückstand – ab der 22. Minute – kam es nach knapp einer Stunde noch dicker:
- 58. Minute: Pedro Porro hat halbrechts etwa 25 Meter vor dem französischen Kasten viel Zeit. In der Mitte findet er Dani Olmo, der per Doppelpass Porro lanciert. Der Tottenham-Legionär bekundet keine Mühe, den Ball an Mike Maignan vorbei im Tor unterzubringen – 2:0 Spanien!
Für den Weltmeister von 1998 und 2018 kam direkt der nächste Schock. Lamine Yamal (61.) wirbelte durch den Strafraum und netzte ein. Doch das vermeintliche 3:0 wurde einkassiert, der Barcelona-Shootingstar eines knappen Abseits überführt.
Frankreich findet keine Lösungen
Es bot sich dem meistgenannten Favoriten auf den WM-Titel gegen perfekt eingestellte Spanier vor 70'176 Zuschauern somit eine echte Knacknuss. Erstmals an diesem Turnier schien die Startruppe von Trainer Didier Deschamps, der mit der 26. WM-Partie als Trainer zum alleinigen Rekordhalter avancierte, keine Lösung zu finden. Gegen ballsichere und im Pressing aufsässige Spanier rieben sich Kylian Mbappé, Michael Olise, Ousmane Dembélé und Co. erfolglos auf.
Erst nach über einer Stunde gelangen «Les Bleus» die ersten echten Torabschlüsse. Der zuvor blasse Mbappé scheiterte dabei doppelt. Désiré Doué konnte nicht von einem Ausflug von Unai Simon profitieren (82.). Letztlich brachte ein abgebrühtes Spanien die Führung souverän über die Zeit. Bedeutet: Die Iberer kämpfen am Sonntag um den zweiten WM-Titel nach 2010. Für Frankreich hingegen heisst es ausgerechnet am Nationalfeiertag: «Adieu, les Bleus.»
Dignes Blackout, Oyarzabal eiskalt
Nach einer Phase des Abtastens hatte Frankreich nach einer Viertelstunde die Zügel übernommen, war mit striktem Vertikalspiel zumindest in die Nähe von Spaniens Tor gekommen. Doch Gefahr entstand auf der anderen Seite: Nach einer Flanke von Marc Cucurella verlor Lucas Digne den Überblick und traf den heranbrausenden Yamal am Oberschenkel. Klares Verdikt: Penalty. Mikel Oyarzabal blieb cool und erwischte Maignan unten rechts – das 1:0 für das Team von Luis de la Fuente nach 22 Minuten.
Die «Équipe Tricolore» tat sich anschliessend gegen disziplinierte Spanier schwer. Abgesehen davon, dass Simon vor dem heraneilenden Mbappé am Ball war (42.), blieb ein Distanzschuss von Bradley Barcola (36.) vor der Pause die einzige Halbchance. Im Gegenzug mündete eine sehenswerte Kurzpass-Stafette der Spanier nur knapp nicht im Tor.
Dass William Saliba nach einer halben Stunde verletzt ausgewechselt worden war, kostete Frankreichs Defensive sichtlich Stabilität. Doch noch mehr enttäuschte der Sturm – der an jenem 14. Juli 2026 nur ein laues Lüftchen blieb.
So geht es weiter
Spanien kämpft am 19. Juli um 21 Uhr gegen den Sieger des zweiten Halbfinals (England – Argentinien, Mittwoch 21 Uhr) um den Weltmeistertitel. Für Frankreich geht es am Samstag ab 23 Uhr zum Deschamps-Abschied im kleinen Final um Rang 3. Alle Partien sehen Sie wie gewohnt auf SRF zwei und in der SRF Sport App.