Mit einem Sieg über Frankreich im 3. Vorrundenspiel hätte Norwegen die Gruppe I als 1. abgeschlossen. Doch schon vor dem Spiel wurde deutlich, dass dies nicht das Ziel von Coach Stale Solbakken ist: Der 58-Jährige überraschte – und irritierte mancherorts – mit seiner Aufstellung, schonte diverse Stammkräfte wie Erling Haaland, Martin Ödegaard, Alexander Sörloth oder Julian Ryerson. Frankreich siegte deutlich mit 4:1 und wurde Gruppensieger.
Im Sechzehntelfinal gegen die Elfenbeinküste wird sich weisen, ob sich der Poker Solbakkens gelohnt hat. Nach siegreichen Spielen gegen den Irak und den Senegal werden die norwegischen Schlüsselspieler dann genau eine Woche Pause, aber keinen Härtetest gegen ein Top-Team gehabt haben. Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, verzichtete derweil im letzten Gruppenspiel gegen Curaçao (2:0) auf grössere Rochaden.
Erstes WM-K.o.-Spiel
Für die Elfenbeinküste beginnt mit der Partie gegen Norwegen ein Abenteuer ins Unbekannte. Noch nie zuvor haben sich die Ivorer für eine K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft qualifizieren können. Bei allen bisherigen 3 Teilnahmen (2006, 2010, 2014) war die Elfenbeinküste jeweils in der Gruppenphase ausgeschieden.
Während die Elfenbeinküste im Jahr 2024 den Afrika Cup für sich entschieden hatte, stand Norwegen letztmals 1998 an einer WM in einem K.o.-Spiel. Mit von der Partie beim 0:1 im Achtelfinal gegen Italien war der jetzige Trainer, Stale Solbakken, der eingewechselt worden war.
Premierenduell
Eine Premiere in diesem Sechzehntelfinal ist die Affiche an sich. Noch nie standen sich die Elfenbeinküste und Norwegen in einem Fussballspiel gegenüber. Die Gruppenphase zeigt aber durchaus Parallelen auf zwischen den beiden Vertretern: Beide schlossen die Gruppe auf Rang 2 mit 6 Punkten ab und unterlagen dem Gruppenfavoriten.
Während die Norweger gegen Frankreich Spieler schonten und auch deshalb 1:4 verloren, unterlag die Elfenbeinküse Deutschland nur knapp mit 1:2. Lange boten die Ivorern den Deutschen die Stirn, waren selbst in Führung gegangen und mussten sich der Nagelsmann-Truppe erst nach Deniz Undavs Siegtor in der Nachspielzeit beugen.