Im Schweizer Frauenfussball steht die Woche der Wahrheit an. Die YB Frauen und Servette Chênois stehen sich am Montag und am Freitag im Playoff-Final gegenüber. Dabei treffen die amtierenden Meisterinnen auf das beste Team der Saison. Servette verlor als Qualifikationssieger nur eine Partie – am letzten Spieltag der regulären Saison gegen Basel.
Dass die besten beiden Schweizer Frauenteams derzeit aus Bern und Genf kommen, überrascht nicht. Bereits im Cupfinal standen sich eben diese beiden Teams gegenüber. Ein knappes 1:0 sorgte damals für den Sieg von Servette. Am Pfingstmontag könnte YB nun die Revanche glücken.
YB setzt auf Heimfans
Trainerin Imke Wübbenhorst gibt vor: «Es wird wichtig sein, dass wir zu Hause voll auf Sieg setzen. Sonst wird es in Genf ganz schwierig. Sie sind sehr abgezockt.» Helfen soll dabei eine Armada von Heimfans.
Die Favoritenrolle schiebt sie den Genferinnen zu, will ihr Team nicht unter Druck setzen: «Wir wissen, dass wir parat sind, dass wir nah dran sind. Aber Servette hat eine tolle Ligaphase gespielt. Sie haben nur 4 Gegentore in der ganzen Saison geschluckt [Anmerkung: Es waren 5, die Red.]. Die Rollen sind ganz, ganz klar verteilt.»
Statistik spricht gegen Bernerinnen
Wübbenhorst dürfte eine den Bernerinnen unliebsame Statistik im Hinterkopf haben: Seit 21 Partien – seit August 2019 – gewann YB nicht mehr gegen Servette. Blickt man weiter zurück, wird das Bild noch düsterer: Seit Servette 2018 in die höchste Liga aufstieg, gab es wettbewerbsübergreifend 26 Duelle. Nur ein einziges Mal ging YB als Sieger vom Platz. Neben 20 Siegen für Servette, einer davon im Cup nach Penaltyschiessen, resultierten 5 Unentschieden.
Ich denke, wir sind auf gleicher Höhe.
YB-Stürmerin Lisa Josten möchte das Bild des Underdogs nicht stehen lassen. Sie meint knapp: «Ich denke, wir sind auf gleicher Höhe.» Man habe eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend und zuletzt immer wieder bewiesen, dass man mit den Genferinnen mithalten könne. Josten, Doppeltorschützin aus dem Halbfinal fordert zugleich von ihrem Team, man müsse in der Offensive effizient sein.
GC zeigte mit dem Sieg über Servette in den Playoff-Viertelfinals des Vorjahres, dass die Genferinnen durchaus ins Straucheln geraten können. Am Pfingstmontag klärt sich, ob das YB im Wankdorf gelingt und es mit einem Sieg im Hinspiel vorlegen kann, um Genf für das Rückspiel am 29. Mai unter Druck zu setzen.