Am Wochenende kommt es beim Bergkranzfest auf dem Brünig zum Gipfeltreffen. Zu den Berner und Innerschweizer Gastgebern gesellt sich mit dem Nordostschweizer Teilverband der dritte der drei Grossen. Doch wieso eigentlich, wer bestimmt, welcher Verband an welchem Fest zu Gast ist?
Zunächst kommt der sogenannte Bergfestverteiler zum Zug: Für diesen ist die technische Kommission – bestehend aus dem eidgenössischen technischen Leiter Fridolin «Fridli» Beglinger und den Leitern aller Teilverbände – zuständig. Dabei gibt es keinen fixen Turnus. Man achtet auf Abwechslung, es soll nicht immer derselbe Verband am jeweiligen Fest zu Gast sein.
Die lieben ungeschriebenen Gesetze
Doch ganz so simpel ist es nicht, einige ungeschriebene Gesetze fliessen in die Zuteilungen mit ein. Einerseits werden in ESAF-Jahren keine NOSV-Schwinger auf den Brünig eingeladen, weil man Top-Duelle des Eidgenössischen nicht vorwegnehmen will. Ebenfalls werden die Gäste am Schwägalp-Schwinget rotiert, wenn kurze Zeit später ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest stattfindet. Denn die beiden Feste finden stets kurz hintereinander statt.
Rigi lange ohne Berner
Oder: Bis 2024 wurden die Berner Schwinger nie dem Rigi-Schwinget zugeteilt. Weil am selben Wochenende das Berner Oberländische stattfand. Immerhin hier fand man eine Lösung – der Bergfestverteiler wurde erstmals für die kommenden 3 Jahre festgelegt. So können sich die kleineren Feste danach richten.
Ob diese menschengemachten Einteilungen immer fair sind? Es ist eine alte Diskussion ohne abschliessende Antwort. Zumindest am Wochenende auf dem Brünig soll sie in den Hintergrund rücken, wenn sich die besten Schwinger der drei grössten Verbände untereinander messen.