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Noch knapp 6 Wochen Top-Schwinger sind in Topform: Der Kilchberger kann kommen

Die Bergfestsaison neigt sich dem Ende zu, das Saisonhighlight rückt immer näher: Eine Bestandesaufnahme vor dem Kilchberger.

Zwei Männer ringen auf einem sandigen Platz vor einer grossen Menschenmenge.
Legende: Auch am Kilchberger im Fokus Fabian Staudenmann und Armon Orlik. Keystone/Urs Flüeler

Fünf Bergfeste sind bereits in den Büchern. Mit dem Schwägalp Schwinget steht Mitte August das letzte auf dem Programm. Das grosse Highlight der Saison folgt Anfang September: Hoch über dem Zürichsee treffen sich die besten 60 Schwinger zum Kilchberger Schwinget, der nur alle 6 Jahre stattfindet.

Die grossen Namen der Schwingszene haben sich jüngst in Topform präsentiert, allen voran die Berner und die Nordostschweizer. Eine Bestandesaufnahme vor dem Saisonhöhepunkt am 5. September:

Der König der Berge

Fabian Staudenmann vollendete mit seinem Co-Sieg am Sonntag beim Bergkranzfest auf dem Brünig seine Sammlung an Bergfestsiegen. Erst als zweiter Schwinger nach Martin Grab reüssierte er mindestens einmal bei jedem der sechs Bergklassiker. Ohnehin ist der wohl beste Schwinger der vergangenen 3 Jahre in bestechender Form, zuletzt reüssierte er dreimal in Folge: beim Berner Kantonalen, auf der Rigi und dem Brünig. Beim Kilchberger, den er bei der letzten Austragung 2021 ziemlich überraschend gewann, geht der Festsieg nur über den 26-Jährigen.

Der Kraftprotz aus dem Toggenburg

Sieg am St. Galler Kantonalen, Sieg auf dem Stoos, Sieg am Nordostschweizerischen, Co-Sieg auf dem Brünig: Werner Schlegel befindet sich in einer beneidenswerten Form. Der Toggenburger liess sich am Sonntag auf der Passhöhe auch nicht von einem zweifelhaften Kampfrichterentscheid und der damit verbundenen überraschenden Niederlage gegen Jonas Amrhyn von seinem Weg abbringen. Seine Stärke bewies Schlegel auch Anfang Juli, als er in der Höhle der Löwen – besser gesagt der Bären – in den Schlussgang vorstiess und beim Bernisch-Kantonalen im Wankdorf nur gegen den späteren Festsieger Staudenmann kein Mittel zum Sieg fand. Neben Staudenmann ist der 23-Jährige der ganz grosse Favorit auf den Sieg am Kilchberger.

Das Ausnahmetalent aus dem Emmental

103 Kilogramm verteilt auf 191 Zentimeter: Die körperlichen Voraussetzungen verschaffen Michael Moser gewiss keinen Vorteil. Umso erstaunlicher ist die Entwicklung des erst vor wenigen Tagen 21 Jahre alt gewordenen Emmentalers, der seine Kontrahenten nicht mit roher Gewalt, sondern mit einem breiten technischen Repertoire und einer Regelmässigkeit ins Sägemehl bettet, die seinesgleichen sucht. Zuletzt musste das die Konkurrenz am Südwestschweizerischen Teilverbandsfest feststellen – Moser stand nach fünf Siegen bereits vor dem Schlussgang als Festsieger fest. Am Eidgenössischen 2025 gehörte Moser zum Favoritenkreis, am Kilchberger ist das nicht anders.

Der kritisierte König

Schwingerkönig Armon Orlik stand im ersten Jahr seiner Regentschaft schon oft in der Kritik. Gleich drei Niederlagen musste der Bündner im Wankdorf hinnehmen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es die einzigen Niederlagen für Orlik waren in diesem Jahr. Auch wenn der 31-Jährige noch nicht so unwiderstehlich auftritt wie in Mollis, kommt er besser in Form. Auf dem Brünig hielt er Staudenmann gleich zweimal in Schach, was ihm den vierten Sieg an einem Bergfest einbrachte.

Live-Hinweise

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Schlussspurt in der Schwing-Saison 2026. Bei SRF gibt es noch diese Feste live zu sehen:

  • Sonntag, 16.8. – Schwägalp Schwinget ab 07:50 Uhr live auf SRF 1
  • Sonntag, 16.8. – Nordwestschweizer Schwingfest ab 08:25 Uhr in der Sport App
  • Samstag, 5.9. – Kilchberger Schwinget ab 07:50 Uhr live auf SRF 1

Der Innerschweizer Hoffnungsträger

Nach den Rücktritten von König Joel Wicki und dem Zuger Hünen Pirmin Reichmuth fehlt es dem nach wie vor grössten Teilverband an Spitzenathleten. Lukas Bissig wurde auserkoren, um die Lücke gemeinsam mit Routinier Marcel Bieri zu schliessen. Der 23-jährige Urner liefert auch, gewann zwei Kranzfeste und klassierte sich gleich viermal als Zweiter, zuletzt auf dem Brünig.

Der junge Wilde aus der Nordwestschweiz

Sinisha Lüscher hat in Mollis seinen ersten eidgenössischen Kranz gewonnen. Diesem Status wurde er seither mehr als gerecht. Der 20-jährige Aargauer, der für den solothurnischen Verband schwingt, feierte heuer zwei Kranzfestsiege und stand auf dem Weissenstein im Schlussgang. Gemeinsam mit dem ein Jahr älteren Marius Frank sowie den Routiniers Nick Alpiger, Joel Strebel und Lars Voggensperger haben die Nordwestschweizer eine starke Truppe zusammen.

Die weiteren grossen Namen

Samuel Giger gehört wie Damian Ott zu jenen Schwingern, die am letzten Kilchberger siegreich waren. Der Thurgauer schlägt sich seit Ende Mai mit einer hartnäckigen Schulterverletzung herum. Mit dem unbequemen St. Galler Ott ist ebenfalls stets zu rechnen. Gleiches gilt für Adrian Walther, der in dieser Saison schon zwei Kranzfeste gewinnen konnte und eine wichtige Berner Teamstütze ist. In Romain Collaud und Lario Kramer haben die Südwestschweizer zwei Schwinger in ihren Reihen, die an guten Tagen jedem Gegner wehtun können.

Resultate

SRF zwei, Sportpanorama, 26.07.2026, 18:00 Uhr ; 

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