Das Podest
- 1. Breezy Johnson (USA) 1:36,10 Minuten
- 2. Emma Aicher (GER) +0,04 Sekunden
- 3. Sofia Goggia (ITA) +0,59 Sekunden
Breezy Johnson bleibt absolute Spezialistin für Grossanlässe. Nachdem sie im letzten Jahr in der WM-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm bereits aufs oberste Treppchen gefahren war, wiederholte sie den Goldcoup an den Olympischen Spielen in Cortina. Im Weltcup hat die 30-Jährige zwar schon 9 Podestplätze errungen – zu einem Sieg hat es ihr aber nie gereicht. In der aktuellen Saison weist sie in der Abfahrt einen 4. Platz in St. Moritz als bestes Resultat aus.
Johnson hatte ihre Ambitionen als Schnellste des später abgebrochenen Trainings am Samstag angedeutet – im Rennen lieferte sie besonders im zweiten und vierten Sektor, wo sie der Konkurrenz davonfuhr, einen Beweis ihres grossen Könnens ab. Mithalten konnte einzig Emma Aicher. Die Deutsche machte es am Schluss ganz spannend, behielt aber um 4 Hundertstel das Nachsehen. Sie gewann an ihren zweiten Olympischen Spielen ihre zweite Medaille. Vor vier Jahren in Peking hatte sie im mittlerweile abgeschafften Teambewerb mit Deutschland ebenfalls Silber errungen.
Ihren olympischen Abfahrts-Medaillensatz vervollständigen konnte zur Freude des Heimpublikums Sofia Goggia. Die italienische Altmeisterin liess Gold (2018 in Pyeongchang) und Silber (2022 in Peking) Bronze folgen. Sie schrieb damit ihre Erfolgsgeschichte in Cortina weiter: Im Weltcup siegte sie auf der Tofana bereits viermal.
Vonns Goldtraum jäh geplatzt
Überschattet wurde der Erfolg Johnsons vom Drama um ihre Landsfrau Lindsey Vonn. Mit gerissenem Kreuzband im linken Knie wollte die 41-Jährige auf ihrer Lieblingsstrecke eigentlich ihre erfolgreiche Karriere mit dem zweiten Olympiasieg in der Abfahrt krönen. Doch nur 9 Tage nachdem sie in Crans-Montana in den Fangnetzen gelandet war und sich dabei die Verletzung zugezogen hatte, musste sie erneut einen schwerwiegenden Sturz verzeichnen. Nach wenigen Fahrsekunden hängte sie mit dem Arm an einem Tor an, überdrehte und landete nach einem Überschlag hart auf dem Schnee.
Vonn blieb liegen und musste mit dem Helikopter ins Spital abtransportiert werden. Sie dürfte sich erneut gravierend verletzt haben. «Wir haben noch ganz wenige Informationen. Es könnte ein Bruch im Unterschenkel-Bereich sein. Aber wir wissen noch nichts Genaueres», sagte Alex Hödlmoser, Speed-Trainer der Amerikanerinnen, im SRF-Interview. Vonn werde noch untersucht.
Die Schweizerinnen
- 14. Corinne Suter +1,91
- 17. Janine Schmitt +2,18
- 18. Jasmine Flury +2,41
- 19. Malorie Blanc +2,67
Auch aus Schweizer Sicht verlief das Rennen enttäuschend – wenn auch aus anderen Gründen. Keine Fahrerin aus dem Swiss-Ski-Quartett konnte mit der Spitze mithalten. Corinne Suter, vor vier Jahren noch strahlende Olympiasiegerin in der Königsdisziplin, hielt den Rückstand im Gegensatz zu ihren Teamkolleginnen unter zwei Sekunden.
Jasmine Flury, die in ihrer Fahrt mehrfach von der Ideallinie abkam, war nach einem ansprechenden Start weit von einem Exploit wie 2023 an der WM (Gold) entfernt. Janine Schmitt und Malorie Blanc, die das Rennen eröffnet hatte, sammelten bei ihren Olympia-Premieren vor allem Erfahrungen für zukünftige Aufgaben.
So geht es weiter
Der nächste Programmpunkt bei den Ski-Frauen ist die Team-Kombination am Dienstag. Ab 10:30 Uhr findet die Abfahrt statt, der Slalom geht ab 14:00 Uhr über die Bühne. Am Donnerstag sind die Speed-Spezialistinnen dann im Super-G gefordert (11:30 Uhr).