Das Podest
- Gold: Loïc Meillard (SUI) 1:53,61 Minuten
- Silber: Fabio Gstrein (AUT) +0,35 Sekunden
- Bronze: Henrik Kristoffersen (NOR) +1,13
Auch im fünften und letzten Olympia-Rennen der Männer bei den Alpinen hat die Schweiz Grund zum Jubeln. Und wie: Loïc Meillard sorgte für die 8. Swiss-Ski-Medaille, 3 davon hat der Walliser selbst geholt. Nach Silber in der Team-Kombi und Bronze im Riesenslalom gab es für Meillard im Slalom die grosse Krönung: Er sicherte sich Gold und reist damit mit einem kompletten Medaillensatz aus Bormio ab. Das Schweizer Olympia-Team steht nun bei 10 Medaillen, 5 davon glänzen golden.
Die Entscheidung war an Dramatik nicht zu überbieten. Die Rolle der tragischen Figur nahm Atle Lie McGrath ein. Der Norweger stand als Letzter noch oben, sein Vorsprung von knapp 6 Zehnteln auf Meillard war beträchtlich. Doch der 25-Jährige hielt dem Druck nicht stand. Ein Einfädler kostete ihn die fast schon als fix verbuchte Medaille. Meillard, der sich dank eines starken Schlussabschnitts gegen Fabio Gstrein behauptet hatte, wurde zum Nutzniesser. Vor exakt einem Jahr hatte er in Saalbach bereits WM-Gold im Slalom gewonnen.
Norwegen ging immerhin nicht ganz leer aus: Henrik Kristoffersen holte mit Bronze seine insgesamt dritte Olympiamedaille.
Clément Noël (Slalom-Gold in Peking 2022) musste nach einem verpatzten ersten Durchgang voll angreifen. Das Risiko zahlte sich für den Franzosen allerdings nicht aus. Statt auf dem Kurs seines Trainers eine Aufholjagd zu lancieren, fädelte er schon weit oben ein.
Die weiteren Schweizer
- 6. Tanguy Nef +2,02
- 11. Matthias Iten +2,62
- 15. Daniel Yule +3,29
An seinen furiosen Slalom in der Team-Kombination, der mit Gold für ihn und Franjo von Allmen belohnt wurde, konnte Tanguy Nef im ersten Lauf nicht anknüpfen. Er handelte sich eine Hypothek von über zwei Sekunden auf McGrath ein. Immerhin gelang ihm danach eine deutliche Steigerung: Von Platz 11 arbeitete er sich auf Position 6 vor und holte damit ein Diplom. Eine ansprechende Olympia-Feuertaufe erlebte Matthias Iten, der sich in beiden Läufen wacker schlug und sich als 11. in den Top 15 klassierte.
Für Daniel Yule hingen die Trauben auf der weichen Piste in Bormio erwartungsgemäss etwas zu hoch. Platz 15 ist in etwa das Spiegelbild seiner bisherigen Weltcup-Saison, in der er noch kein Top-10-Ergebnis vorzuweisen hat.
Favoritensterben schon im 1. Lauf
Während die Entscheidung bei trockenem Wetter über die Bühne ging, war der erste Lauf von starkem Schneefall geprägt gewesen. Mit der schlechten Bodensicht und der schwierigen Kurssetzung auf dem flachen Slalomhang hatten entsprechend viele Fahrer ihre liebe Mühe. Mit Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen (BRA), Paco Rassat (FRA), Eduard Hallberg (FIN) und Manuel Feller (AUT) mussten auch einige (Mit-)Favoriten ihre Medaillenträume nach Ausfällen frühzeitig begraben.
Andere wie der Österreicher Marco Schwarz verloren mit Fehlern viel Zeit und blieben in der Entscheidung entsprechend chancenlos. Unter die ersten 30 des ersten Laufs schafften es statt der vielen Gescheiterten mit über 8 Sekunden Rückstand unbekannte Fahrer wie beispielsweise Jon Erik Sigurdsson (Island), Richardson Viano (Haiti) oder Matthieu Osch (Luxemburg).
Seine Abschiedsvorstellung gab AJ Ginnis, der mit Startnummer 31 gemächlich ins Ziel fuhr und sich dort feiern liess. Der verletzungsgeplagte Grieche beendet seine Karriere, nachdem er sich zu Beginn der Saison seiner insgesamt 10. Operation unterziehen musste. 2023 hatte Ginnis mit Platz 2 im WM-Slalom in Courchevel für eine riesige Überraschung gesorgt.