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24 Jahre nach Vreni Schneider Holdener: «Es ist extrem schön»

Als Halbzeitführende verpasste die Schwyzerin Olympia-Gold im Slalom denkbar knapp. Doch die 24-Jährige war überglücklich.

Legende: Video Holdener: «Das muss man feiern» abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus PyeongChang 2018 vom 16.02.2018.

Wendy Holdener hat ihrer beeindruckenden Karriere an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ein weiteres Erfolgskapitel hinzugefügt. Die 24-Jährige, die mit 5 Podestplätzen in diesem Slalom-Winter eine der ersten Anwärterinnen auf olympisches Edelmetall gewesen war, hielt dem Druck Stand.

Nach dem WM-Titel in der Kombination 2017 in St. Moritz sowie WM-Slalom-Silber an gleicher Stätte feierte Holdener in Südkorea den grössten Erfolg der Karriere. «Es ist extrem schön», so eine erleichterte Holdener.

Mit Startnummer 1 hatte die Schwyzerin in Yongpyong eine fulminante 1. Laufzeit aufgestellt, an der sich alle Konkurrentinnen die Zähne ausbeissen sollten. Doch die Halbzeit-Führung brachte zugleich noch mehr Druck. «Es war nicht einfach, als Letzte zu starten», gab Holdener im Zielraum zu.

Heute Morgen hätte ich für Silber unterschrieben.
Autor: Wendy Holdener

Um winzige 5 Hundertstel musste sie sich Frida Hansdotter geschlagen geben. Für die 8 Jahre ältere Schwedin war es wie für Holdener die erste Olympia-Medaille. «Es war eine gute Erfahrung für mich. Ich hoffe, dass ich in Zukunft öfter als Letzte in den 2. Lauf gehe», zeigte sich die Schweizerin danach angriffig.

Erste Slalom-Medaille seit 1994

Trotz knapp verpasstem Olympia-Sieg war Holdener nach dem Rennen zufrieden. Zwar wisse sie, dass sie auch so fahren könne wie Hansdotter. «Aber ich bin Zweite an den Olympischen Spielen geworden, das muss man feiern», so eine fröhliche Holdener. An der Medienkonferenz betonte sie noch einmal: «Heute Morgen hätte ich für Silber unterschrieben.»

Es gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen.
Autor: Wendy Holdener

Mit Olympia-Silber schrieb Holdener zugleich Schweizer Skigeschichte: Vor 24 Jahren hatte Vreni Schneider an den Olympischen Spielen in Lillehammer als letzte Schweizerin eine Slalom-Medaille geholt. Die Elmerin gewann damals Gold.

Zuversichtlich für die Kombi

Holdener ist in Südkorea auch in der Kombination eine heisse Medaillenkandidatin. Anders als im Slalom hat sie dort schon zwei Weltcup-Siege gefeiert.

Und sie ist zuversichtlich: «Es gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen.» Die 24-Jährige fühlt sich «extrem wohl auf den Ski». Und sie erwartet, dass der Druck in der Kombi und im Teamevent weniger hoch ist. Das verspricht einiges.

Wendy Holdener springt vom Podium.
Legende: Sichtbar gelöst Von Wendy Holdener fiel eine Menge Druck ab. Reuters

Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung

10 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Burri (fbu2345)
    Es ist schon verrückt, diese super Wendy. Jetzt schlägt sie Shiffrin und gewinnt doch nicht. Der Teufel ist irgendwie im Spiel. 5-Hunderdstel, in zwei Läufen! Wahnsinnig!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Nur um lumpige 500stel verpasste sie das Gold. Also ich würde diese "Niederlage" schwer verdauen. Umsomehr bewundere ich die Innerschweizhrin, dass sie sich trotzdem am "Silberplämpu" freuen kann. Zudem stelle ich fest, dass praktisch alles Innerschweizerinnen in den vorderen Rängen anzutreffen sind. Freut mich.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Als Nicht-Sportler sehe ich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Sport und Beruf! Ich finde, der Ehrgeiz sollte immer sagen: Strebe das höchste der möglichen Ziele an (das kann auch Platz 2 sein, aber nur wenn Shiffrin siegt) und sei mit dem zweitbesten nicht zufrieden. Nur - das darf nicht zum Gefühl eines Drucks führen! Das Zweitbeste ist auch gut, ich darf locker bleiben, muss aber mehr wollen. - Im Beruf kommt das mit der Zeit (ich bin 63 ...) von selbst - im Sport sicher auch?!
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    1. Antwort von Anita Schnyder (Annie)
      Klar strebt man im Voraus nach dem höchsten Ziel. Man kann aber eben nicht konkret Platz 1,2 oder 3 anpeilen, sondern sich einfach das Ziel setzen, so schnell wie möglich zu fahren. Wenn das dann für Platz 2 reicht (egal ob Shiffrin vorne ist oder nicht), dann ist das ein super Ergebnis und man darf damit sehr wohl zufrieden sein. Ich finde es sehr schön, dass sich Wendy über die Silbermedaille freut, denn das war eine grossartige Leistung von ihr.
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