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Kim, Kim, Kim, Kim und Kim Die «Garlic Girls» verzücken Südkorea

Mit starkem Curling haben sich die Koreanerinnen ins Olympia-Halbfinal gespielt – und in die Herzen der Fans.

Die südkoreanischen Curlerinnen jubeln.
Legende: Gleicher Name, klasse Team Südkoreas Curlerinnen sind auf der Erfolgsspur. Reuters

Kim, Kim, Kim, Kim und Kim – so heissen die neuen Lieblinge Südkoreas. Sie werden «Team Kim» oder «Garlic Girls» (wegen des guten Knoblauchs aus ihrer Heimatstadt Uiseong) genannt und gehören zu den Entdeckungen in Pyeongchang.

Das Team aus der Curling-Provinz um Skipperin Kim Eun Jung schlug u.a. die Schweiz sowie Kanada und zog als erste Mannschaft in den Halbfinal ein.

«Steak», «Pancake» oder «Chocho»

Längst hat sich die Klasse der Kims herumgesprochen, ist das Interesse an ihnen auch wegen der Namensgleichheit gestiegen. «Viele ausländische Sportlerinnen fragen uns: Seid ihr alle Schwestern?», berichtet Trainerin Min Jung, die mit Nachnamen auch noch Kim heisst. Doch nur zwei der Kims sind tatsächlich Schwestern.

Damit es nicht zu Verwechslungen auf dem Eis kommt, haben sich die Kims englische Spitznamen gegeben, benannt nach ihrem Lieblingsfrühstück. Skipperin Kim Eun Jung ist «Annie» (Joghurtname), Kim Kyeong Ae ist «Steak», Kim Yeong Mi heisst «Pancake» (Pfannkuchen), Kim Seon Yeong «Sunny» (Spiegelei) und Kim Cho Hae ist «Chocho» (Schokolade).

Legende: Video Auch die Schweiz scheitert an den Kims abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus PyeongChang 2018 vom 16.02.2018.

Trainingsbesessen und eingeschworen

Doch der Name allein macht keinen Olympiasieger. Die «Garlic Girls» gelten als trainingsbesessen und sind eine verschworene Gemeinschaft. «Wir haben Curling zusammen erlernt und sind Freundinnen», sagt Skipperin Kim Eun Jung.

Über Nacht kam der Erfolg nicht. Hinter den Kims liegt ein langer Weg. 2006 entdeckten Kim Eun Jung und Kim Yeong Mi den Sport, nachdem in Uiseong das erste Curling-Center des Landes eröffnet worden war.

Kim Kyeong Ae kam eines Tages vorbei, um ihrer Schwester ein paar Sachen zu bringen – und blieb. Genauso wie Kim Seon Yeong und Kim Cho Hae, die das Team 2015 komplettierte.

Chronischer Geldmangel

Die Kims machten in den letzten Jahren auch schwere Zeiten durch. Oft fehlte das Geld, die Frauen bezahlten Trainingscamps aus eigener Tasche. Der Curling-Verband Südkoreas half wenig.

Umso überraschender ist jetzt der Triumphzug der Kims. Nicht auszudenken, wenn zum Abschluss der Spiele noch die Goldmedaille herausspringt. Südkorea hätte seine grosse Abschiedsparty, und die «Garlic Girls» hätten endlich ihren ersten grossen Titel.

Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung