Degenfechten: Stechen die Schweizer Trümpfe?

Alle drei Schweizer Degenfechter treten im Einzelwettkampf vom Dienstag mit intakten Chancen auf ein Top-Ergebnis an. Die wohl schwierigste Startaufgabe hat ausgerechnet Teamleader Max Heinzer zugelost erhalten.

12 Jahre nach Marcel Fischers Olympiasieg in Athen strebt Swiss Fencing erneut olympisches Edelmetall an. Besonders die Degenfechter haben nach dem unglücklichen Abschneiden von London 2012 eine Rechnung mit den olympischen Ringen offen. Die nächste Chance bietet sich am Dienstag im Einzel, ehe am Sonntag der Teamwettkampf auf dem Programm steht.

Mit Max Heinzer (Weltnummer 10), Fabian Kauter (12) und Benjamin Steffen (13) haben alle 3 Schweizer Starter Chancen auf einen Spitzenplatz - vorausgesetzt ihnen glückt der Auftakt.

Heinzer gegen Ex-Weltmeister

Heinzer trifft mit Paolo Pizzo (It/Weltnummer 29) in den 1/32-Finals gleich auf einen Ex-Weltmeister. «Ich weiss, dass ich einen starken Startgegner gezogen habe. Aber ich weiss auch, dass ich selbst stark bin», so der Zentralschweizer. Vielleicht habe das auch seine Vorteile: «Wenn ich diese Hürde überspringe, ist vieles möglich. Ich fühle mich gut und habe viel Selbstvertrauen.»

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Fabian Kauter: «Geniessen und kämpfen»

2:21 min, vom 8.8.2016

Kauter: Kein taktisches Geplänkel zum Auftakt

Auf ein attraktives Startgefecht freut sich Fabian Kauter: «Mein Gegner, der Ukrainer Anatoli Herey (Nr. 26), ist ein guter und kompletter Fechter, gegen den ich mein ganzes Repertoire zeigen kann. Er steht nicht nur hinten rein, sondern fechtet mit.» Dass ihn das frühe Out von London 2012 beeinflussen könnte, glaubt der Berner nicht. «Seither sind 4 Jahre vergangen, ich habe an meinen Schwächen gearbeitet.»

Steffen: 2. Platz bei Hauptprobe

Mit positiven Gefühlen ist Benjamin Steffen nach Rio gereist: Der Basler, der mit 34 Jahren sein Olympia-Debüt gibt, wurde im April beim Rio-Grand Prix 2. «Es lief mir an der Hauptprobe gut und die Halle gefiel mir. Ich habe alles dafür getan, damit ich auch jetzt eine gute Leistung abliefern kann.» In seinem Startgefecht gegen Jason Pryor (USA/Nr. 25) ist Steffen favorisiert.

Im Viertelfinal könnte es zum Schweizer Duell Kauter-Steffen kommen. Ein reiner Schweizer Final ist übrigens nicht möglich, da sich alle in der unteren Tableauhälfte befinden.

Programm: 15:45 Uhr: Steffen-Pryor und Heinzer-Pizzo. 16:15 Uhr: Kauter-Herey.

Sendebezug: Laufende Rio-Berichterstattung