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Rio 2016 Mit Kopftuch: Ungewohntes Bild im Beachturnier

Bis vor 4 Jahren hat der Weltverband an Beachvolleyballturnieren nur knappe Bikinis geduldet. Dank der Lockerung der Kleidervorschriften lebt eine 19-jährige Ägypterin ihren Traum.

Legende: Video Beachvolleyball: Die Ägypterin El-Ghobashy spielt mit Kopftuch abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus Rio 2016 vom 08.08.2016.

Das Bild ist gewöhnungsdürftig: Doaa el-Ghobashy hechtet im Sand an der Copacabana jedem Ball nach, sie drischt, baggert und schmettert. Das Aussergewöhnliche daran: Sie trägt dabei Kopftuch und bedeckt mit langer Bekleidung ihre Arme und Beine.

Beachvolleyball ist eines der besten Dinge, die mir je passiert sind.
Autor: Doaa el-Ghobashy

Dass sie dabei einen Kontrastpunkt zu ihren Gegnerinnen setzt, stört sie nicht im Geringsten. «Ich bin stolz auf mein Kopftuch», betont die erst 19-jährige Ägypterin. «Der Weltverband hat es erlaubt. Und ich freue mich darüber. Es hält mich nicht davon ab, das zu tun, was ich liebe. Und Beachvolleyball ist eines der besten Dinge, die mir je passiert sind.»

Kompromisse bei der Dresswahl eingegangen

El-Ghobashys Olympia-Debüt in Rio an der Seite von Nada Meawad (die übrigens kein Kopftuch trägt) musste ein Umdenken im Weltverband FIVB vorausgehen. Das entscheidende Gremium kippte 2012 die Regel, die das Aussehen der Bikinis vorschrieb – auch aus kulturellen und religiösen Gründen.

Im 1. Gruppenspiel blieben El-Ghobashy/Meawad gegen das deutsche Top-Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst übrigens chancenlos. Doch die beiden werden am Dienstagabend weiterkämpfen – in ihrem ganz persönlichen Tenü.

Sendbezug: Laufende Olympia-Berichterstattung

16 Kommentare

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  • Kommentar von markus kohler (nonickname)
    Die knappen Bikinis sind nicht funktionell und haben eine sexistische Komponente. Besser wären Shorts und mindestens Tank-Tops oder besser T-Shirts.Die Bekleidung der Ägypterin ist aber unfunktionell und eine pure Provokation. Es wäre genauso unvertretbar als Sportler mit einem radikal politischen Emblem auf der Kleidung anzutreten. Stopp dem Fundamentalismus, sie soll ihre fanatische Gesinnung nicht in der Weltöffentlichkeit präsentieren dürfen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Was genau ist an einem langärmligen Shirt und Leggins unfunktionell? Ganze Schulklassen sind so rumgerannt in den 80-ern. Falls Sie das nicht glauben schauen Sie ein Video von Jane Fonda, die hat sogar noch Stulpen an. Und was an Jane Fonda provokativ sein soll müssen Sie jetzt schon noch erklären. Und bezüglich Sonnenschutz ist halbnackt ohne Kopfbedeckung wohl das Schlechteste was man wählen kann. Schwarzer und weisser Hautkrebs lassen grüssen!
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    2. Antwort von marc rist (mcrist)
      @HM: Beachvolleyball war in den 80er Jahren an Olympia kein Thema. Und um eben diese Sportart geht es hier, nicht um Aerobic.
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    3. Antwort von markus kohler (nonickname)
      @Müller.Ich schreibe ja, dass die Bikinis auch völlig daneben sind. Aber das Kopftuch hat mit Funktion nichts zu tun, da geht es nur um das Präsentieren des fundamentalistischen Islams. Diese Sportlerin missbraucht die OS als Bühne für ihre politische Aussage, das ist kein Jota besser als in Berlin 1936.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Bikinis waren auch in Westeuropa lange verboten und wurden erst in den 60-ern u.A. durch den skandalösen Auftritt von Ursi-National im Bondfilm populär. Emanzipation und Gleichberechtigung ist nicht, dass die Frauen in möglichst knappen Stofffetzchen herum laufen dürfen, sondern dass sie tragen dürfen was sie wollen und worin sie sich wohl fühlen ohne an Fleisch-Schau erinnernde Kommentare von geifernden Männern hören zu müssen.
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    1. Antwort von Beni Berner (Beni)
      sie trägt ja gar nicht, was sie will. sie trägt, was mann ihr eingetrichtert hat, was für sie richtig sei. nun knickt sport vor politik und vor religion ein.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Berner: Kennen Sie die Sportlerin, dass Sie wissen, was die Frau will oder nicht will? Ich denke die Frau weiss genau was sie will oder nicht, sonst wäre sie nicht als Beachvolleyerin in Brasilien. Wo ist der Unterschied einer Frau das Kopftuch aufzuzwingen oder es ihr zu verbieten? Beide Male machen Sie ihr Vorschriften, beide Male kann sie nicht selber über ihre Erscheinung bestimmen.
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  • Kommentar von Daniel Frei (daniel.frei9)
    Diese Bilder einer winterbekleideten Sportlerin bei einer Temperatur von 32° und 83% Luftfeuchtigkeit sind tatsächlich gewohnheitsbedürftig.
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    1. Antwort von Doris Loegel (Doris Loegel)
      Da diese Bekleidung für die junge Ägypterin nicht neu ist, dürften sie die derzeitigen Temperaturen in Rio kaum stören, höchstens vielleicht die hohe Luftfeuchtigkeit. Die aktuelle Temperatur in ihrem Heimatland beträgt 36 Grad, jedoch mit nur 29 Grad Luftfeuchtigkeit. So wird für die Sportlerin höchstens letzteres gewöhnungsbedürftig sein. Dies ginge jedoch auch uns im Badekostüm kaum anders. Ich gehe jedoch davon aus, dass für die Sportlerin die Freude über ihre Olympia -Teilnahme überwiegt!
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Sportphysiologisch ist Funktionskleidung der Nacktheit an der prallen Sonne (zudem ohne Kopfschutz!) noch lange überlegen und hat mit Winterkleidung überhaupt nichts zu tun. Und übrigens wars abends 21°C und hat gestürmt.
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