Protest-Striptease beim olympischen Ringen

Weil sie mit der Entscheidung des Kampfgerichts beim Freistilringen nicht einverstanden waren, haben sich zwei mongolische Betreuer in Rio de Janeiro fast komplett ausgezogen. Es half nichts.

Video «Striptease wegen verlorenem Ringkampf» abspielen

Striptease wegen verlorenem Ringkampf

3:03 min, vom 21.8.2016

Das kam so: Der mongolische Ringer Mandakhnaran Ganzorig führte im Kampf um Bronze (-65 kg) Sekunden vor Schluss mit 7:6 und hüpfte vor Freude bereits durch den Ring.

Der Ringrichter wertete dies als «passives Verhalten» und sprach seinem Gegner, dem Usbeken Ichtijor Nawrusow, einen Punkt zu. Weil bei Unentschieden die letzte Wertung entscheidet, siegte Nawrusow.

Kniefall in Unterhosen

Daraufhin rasteten Ganzorigs Trainer, Bayaraa Byambarinchin und Tsogtbayar Tserenbaatar, aus. Sie zogen ihre Oberbekleidung komplett aus und entledigten sich ihrer Schuhe, einer zog sich sogar bis auf die Unterhose aus. Ihre Bekleidung warfen sie aus Protest vor den Richtertisch. Einer der Männer kniete sich flehend auf den Boden, doch die Richter blieben bei ihrem Entscheid.

Buh-Rufe des Publikums

Als der Mattenrichter den Arm von Bronze-Gewinner Nawrusow in die Höhe reckte, sass Ganzorig bitterlich weinend neben der Matte. Dass die Fans in der Arena Carioca 2 buhten, pfiffen und ihn mit «Mongolia»-Sprechchören feierten, tröstete den 30-Jährigen aus Ulan Bator nicht.

«Drei Millionen Mongolen haben auf diese Bronzemedaille gewartet, und jetzt haben wir sie verloren», sagte Bayaraa. «Die Kampfrichter waren nicht gut.»

Sendebezug: Laufende Rio-Berichterstattung