Sieben russische Schwimmer nicht nach Rio

Der Schwimm-Weltverband schliesst als erster Fachverband nach der IOC-Entscheidung russische Sportler von Olympia aus. Dagegen empfehlen die Weltverbände im Tennis, Judo und Reiten, den russischen Athleten die Starterlaubnis zu erteilen.

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Der IOC-Entscheid im Fall Russland

2:21 min, aus sportaktuell vom 25.7.2016
  • Der Schwimm-Weltverband verwehrt sieben russischen Athleten die Teilnahme in Rio
  • Die Weltverbände im Tennis-, Judo- und Reitsport wollen keine russischen Athleten ausschliessen
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Russland will Sondererlaubnis

Wenige Tage vor den Olympischen Spielen hat Russland um eine Sondererlaubnis für eine Teilnahme seiner wegen des Doping-Skandals gesperrten Leichtathleten gebeten. In einem Brief an den Leichtathletik-Weltverband IAAF setzte sich Sportminister Witali Mutko am Montag gemäss der Agentur Tass besonders für Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa ein.

Sieben russischen Schwimmern bleibt nach einer Entscheidung des Weltverbandes FINA die Olympia-Teilnahme in Rio verwehrt. Nikita Lobinzew, Wladimir Morosow und Daria Ustinowa dürfen wegen ihrer Erwähnung im McLaren-Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur über staatliches Doping in Russland nicht nach Brasilien reisen.

Zudem zog das russische Olympia-Komitee ROC vier Nominierte zurück: Michail Dowgaljuk, Natalia Lowzowa, Anastasia Krapiwina und die vierfache Weltmeisterin und London-Olympiadritte Julija Jefimowa. Diese Athleten waren bereits einmal wegen Dopings gesperrt und erfüllen damit die IOC-Kriterien nicht. Synchronschwimmer, Wasserspringer und Wasserballer aus Russland sind laut FINA-Angaben nicht betroffen. Jefimowa künfigte eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof TAS an.

Russische Tennisspieler in Rio

Ander als die FINA hatte der Tennis-Weltverband ITF zuvor empfohlen, allen sieben nominierten russischen Spielern das Startrecht zu erteilen. «Die sieben russischen Nominierten sind Teil eines rigorosen Anti-Doping-Programms ausserhalb ihres Landes», schrieb die ITF und verwies auf 205 Blut- und Urinkontrollen seit 2014.

Auch Judokas und Reiter dabei

Auch der Judo-Weltverband wird keine russischen Athleten von den Sommerspielen ausschliessen. Die IJF verwies auf ihre «globale Anti-Doping-Strategie» – 84 Prozent aller für Olympia qualifizierten Athleten seien bis vergangenen Dienstag im Training oder Wettkampf getestet worden. «Es wurde jede Gelegenheit genutzt, die Athleten zu kontrollieren», teilte der Verband mit.

Auch die fünf russischen Reiter dürfen in Rio teilnehmen. Aufgrund der 4000 Proben, die jedes Jahr genommen werden, sei kein organisiertes Doping des russischen Pferdesports erkennbar, begründete der Weltverband FEI. Qualifiziert für Rio sind zwei Dressurreiterinnen und drei Paare in der Vielseitigkeit.

Sendebezug: Radio SRF 3, info 3, 25.07.2016, 12:00 Uhr