Stepanowa: IOC verbreitet Unwahrheiten

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa hat nach ihrem Ausschluss von den Olympischen Spielen das IOC der Lüge bezichtigt.

Julia Stepanowa an der LA-EM in Amsterdam Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Worte im Mund verdreht? Julia Stepanowa. EQ Images

«Vor unseren Enthüllungen hat mich das IOC gefragt, ob ich einverstanden wäre unter russischer Flagge an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ich habe gesagt: ‹Ja, ich wäre sehr glücklich darüber›. Und nach meinen Veröffentlichungen hiess es dann, dass ich nicht für Russland starten wollen würde», sagte Julia Stepanowa in einem Interview mit Sky Sport News HD: «Das stimmt nicht.»

Stattdessen hätten die russischen Leichtathleten «nicht mit mir in einer Mannschaft antreten wollen», sagte die Russin, die mit ihrem Mann Witali den Dopingskandal in ihrer Heimat ins Rollen gebracht hatte: «So ist es gewesen. Was das IOC jetzt verbreitet, ist, dass ich nicht für Russland auflaufen wollte.»

Einladung des IOC abgelehnt

Das IOC hatte Stepanowa die Teilnahme in Rio de Janeiro als «neutrale Athletin» untersagt. Zwar begrüsste die Ethikkommission Stepanowas Beitrag zum Anti-Doping-Kampf, da sie aber selbst mindestens fünf Jahre Teil des Systems gewesen sei, würde sie nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten erfüllen.

Stattdessen lud das IOC Stepanowa und ihren Ehemann Stepanow als Gäste nach Brasilien ein. «Wir haben die Einladung abgelehnt. Hätte Julia nicht die Wahrheit erzählt, wäre sie als Athletin dabei gewesen. Aber so ist alles anders gekommen», sagte Witali Stepanow: «Wenn das IOC über eine Null-Toleranz-Politik in puncto Doping spricht, ist es nicht mehr als ein Lippenbekenntnis für die Öffentlichkeit.»

Video «Stepanowa: «Es ist eine Ehre, hier zu sein» (engl.)» abspielen

«Ich bereue nichts» - Stepanowa an der EM in Amsterdam (engl.)

3:28 min, vom 6.7.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele