Zum Inhalt springen

Rio 2016 Stepanowa: IOC verbreitet Unwahrheiten

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa hat nach ihrem Ausschluss von den Olympischen Spielen das IOC der Lüge bezichtigt.

Julia Stepanowa an der LA-EM in Amsterdam
Legende: Die Worte im Mund verdreht? Julia Stepanowa. EQ Images

«Vor unseren Enthüllungen hat mich das IOC gefragt, ob ich einverstanden wäre unter russischer Flagge an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ich habe gesagt: ‹Ja, ich wäre sehr glücklich darüber›. Und nach meinen Veröffentlichungen hiess es dann, dass ich nicht für Russland starten wollen würde», sagte Julia Stepanowa in einem Interview mit Sky Sport News HD: «Das stimmt nicht.»

Stattdessen hätten die russischen Leichtathleten «nicht mit mir in einer Mannschaft antreten wollen», sagte die Russin, die mit ihrem Mann Witali den Dopingskandal in ihrer Heimat ins Rollen gebracht hatte: «So ist es gewesen. Was das IOC jetzt verbreitet, ist, dass ich nicht für Russland auflaufen wollte.»

Einladung des IOC abgelehnt

Das IOC hatte Stepanowa die Teilnahme in Rio de Janeiro als «neutrale Athletin» untersagt. Zwar begrüsste die Ethikkommission Stepanowas Beitrag zum Anti-Doping-Kampf, da sie aber selbst mindestens fünf Jahre Teil des Systems gewesen sei, würde sie nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten erfüllen.

Stattdessen lud das IOC Stepanowa und ihren Ehemann Stepanow als Gäste nach Brasilien ein. «Wir haben die Einladung abgelehnt. Hätte Julia nicht die Wahrheit erzählt, wäre sie als Athletin dabei gewesen. Aber so ist alles anders gekommen», sagte Witali Stepanow: «Wenn das IOC über eine Null-Toleranz-Politik in puncto Doping spricht, ist es nicht mehr als ein Lippenbekenntnis für die Öffentlichkeit.»

Legende: Video ««Ich bereue nichts» - Stepanowa an der EM in Amsterdam (engl.)» abspielen. Laufzeit 3:28 Minuten.
Vom 06.07.2016.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Zugegeben: Bach ist fett geworden. Aber die Entscheidung wurde vom Komitee getroffen. Und das hat immer den olympischen Gedanken vor Augen: Jede(r), d(i)e(r) qualifiziert ist, soll mitmachen können. Mitmachen ist wichtiger als siegen. Und da steht halt eindeutig das Individuum im Zentrum, nicht der Landesverband, wie korrupt er auch immer sei. Russland ist mit Putin an der Spitze nicht viel anders als zur Zaren- oder Sowjetzeit. Das sollte nichts ausmachen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Wi Fätz (wifätz)
    Und dass dabei ein Deutscher (IOC-Präsident Bach) wieder an forderster Front mitmacht, betrübt mich umso mehr! Der Aussage von Diskus-Olympiasieger Robert Harting " der IOC-Präsidenten Thomas Bach sei eigentlich Teil des Dopingsystems, nicht des Anti-Dopingsystems“, kann ich nur zustimmen. Solche Präsidenten, mit falscher Zunge, gehören abgesetzt und verbannt nach......... Sibirien!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Endlich traut sich eine Sportlerin offen gegen die Hetzkampagne des IOC welche klar auch politisch motiviert war anzutreten. Den gleichen Mut den Stepanowa bewies als sie über die Dopingfälle an die Öffentlichkeit trat, zeigt sie jetzt auch wieder wenn man ihre falsche Dinge unterstellen will. Sport ist eben ein Politikum, ob man es zugibt oder nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen