Vorläufig kein Olympia-Ausschluss Russlands

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verhängt nach den Enthüllungen des McLaren-Reports keinen direkten Olympia-Ausschluss gegen Russland.

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Die neuste Entwicklung zum Fall Russland

1:54 min, aus sportaktuell vom 19.7.2016

Aufgrund des am Montag veröffentlichten McLaren-Berichts, der weitreichendes russisches Staatsdoping bestätigte, hielt die 15-köpfige Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Dienstag unter Leitung des Präsidenten Thomas Bach eine Telefonkonferenz ab. An dieser wurde vorerst kein Olympia-Ausschluss Russlands beschlossen.

Warten auf das TAS-Urteil

Stattdessen will das IOC zunächst die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes (TAS) bezüglich des Einspruches von 68 russischen Leichtathleten abwarten, die vom Leichtathletik-Weltverband IAAF nicht für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zugelassen worden waren. Die Entscheidung des TAS soll spätestens am Donnerstag fallen.

Allerdings beschloss das IOC einige vorläufige Massnahmen, wie die Organisation in Lausanne mitteilte:

  • Es wird eine fünfköpfige Disziplinar-Kommission eingesetzt, die sich mit den russischen Verfehlungen befasst.
  • Zu den beschlossenen Sofortmassnahmen gehört, dass vorerst keine IOC-Sportveranstaltungen in Russland mehr organisiert werden.
  • Kein Mitglied des russischen Sportministeriums erhält eine Akkreditierung für die Olympischen Spiele in Rio.
  • Es wird Nachtests aller russischer Dopingproben der Winterspiele in Sotschi geben.
  • Das IOC rief alle internationalen Verbände auf, Planungen bezüglich Grossveranstaltungen in Russland vorerst nicht weiter zu verfolgen.

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachmittagsbulletin, 18.7.2016, 16:00 Uhr