Charlotte Chable: Staunender WM-Gast

Charlotte Chable bestreitet mit der Schweiz den Team-Event an der WM in Vail/Beaver Creek. Die 20-jährige Westschweizerin rechnete selber nicht mit einer Reise in die USA. Die WM-Teilnahme ist für sie der Lohn nach einer langen Geduldsprobe.

Charlotte Chabel umgeben von Handy-Mikrofonen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unerwartete Aufmerksamkeit Für Charlotte Chable ist die WM ein grosses Abenteuer. Keystone

Die Nomination von Charlotte Chable war die grosse Überraschung im Aufgebot von Swiss-Ski für die WM in Vail/Beaver Creek. Auch sie selber gesteht: «Als ich den Anruf erhielt, war ich echt überrascht.» Die 20-jährige Westschweizerin hat erst ein Weltcup-Rennen bestritten – Mitte Januar beim Nachtslalom von Flachau schied sie im 1. Lauf kurz vor dem Ziel aus.

Chables Weltcup-Debüt

0:52 min, vom 10.2.2015

Trotz des Ausfalls sei es eine schöne Erfahrung gewesen, sagt die Tochter von zwei Skilehrern. Erst Anfang Dezember 2014 hatte die C-Kader-Athletin im Slalom im norwegischen Hemsedal ihren ersten Podestplatz im Europacup herausgefahren.

Lange Verletzungsgeschichte

Die unerwartete Reise an die WM ist für Chable quasi der Lohn für ihren grossen Durchhaltewillen. Obwohl sie erst 20 Jahre alt ist, hat sie bereits eine lange Verletzungsgeschichte hinter sich. Wegen Kreuzbandrissen an beiden Knien und einem gebrochenen Fuss verpasste die Romande fast drei Saisons. «Das war hart», sagt Chable rückblickend. «Aber mittlerweile scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Es lohnte sich, geduldig zu sein und durchzuhalten.»

Chable über die WM und ihre Verletzungsgeschichte (französisch)

0:32 min, vom 10.2.2015

Beeindruckt von der WM-Atmosphäre

In der Tat: Weniger als einen Monat nach ihrer Premiere im Weltcup gibt die Maturandin aus Villars nun also ihr Debüt beim Team-Event an den Titelkämpfen in Vail. Es sei eine Mischung aus Vorfreude aber auch ein bisschen Angst, beschreibt die fröhliche Chable ihre Gefühlslage vor ihrem ersten Einsatz. Von der Atmosphäre an der WM sei sie «wirklich beeindruckt. Ich probiere, jeden Moment auszukosten.»

Küken in jungem Schweizer Team

In der Schweizer Equipe ist Chable mit ihren 20 Jahren die Jüngste – doch das Durchschnittsalter des Sextetts um Gino Caviezel, Justin Murisier, Elia Zurbriggen, Wendy Holdener und Michelle Gisin beträgt nicht einmal 22 Jahre. Die Hoffnungen im Parallel-Wettkampf ruhen vor allem auf Holdener, die in dieser Disziplin stets hervorragende Leistungen abgerufen hat. Und Chable selber wird jeden Moment auskosten. So mit Sicherheit auch den Slalom am Samstag, den sie ebenfalls bestreiten darf.

Sendebezug: SRF zwei, «Vail live», 08.02.2015, 23:15 Uhr