Die Sehnsucht der Österreicher

Michael Walchhofer ist vor 10 Jahren als letzter ÖSV-Athlet in einer WM-Abfahrt auf dem «Stockerl» gestanden. Nach schleppendem Saisonstart stehen die Chancen mittlerweile sehr gut, dass diese Durststrecke am Samstag in Beaver Creek ein Ende nimmt.

Die österreichischen Speed-Spezialisten haben alles andere als entspannte Weihnachtstage verbracht. Drei Rennen waren zu diesem Zeitpunkt in der Königsdisziplin ausgetragen – und noch immer konnten sie keine Top-5-Klassierung vorweisen.

In Santa Caterina sorgten dann Olympiasieger Matthias Mayer als Zweiter sowie Otmar Striedinger, Romed Baumann und Hannes Reichelt mit einer kompakten Teamleistung auf den Positionen 4 bis 6 dafür, dass nicht auch der Jahreswechsel noch ganz trüb wurde.

Ein gefährliches Duo

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TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie die Männer-Abfahrt an der WM in Vail/Beaver Creek am Samstag ab 18:30 Uhr live auf SRF zwei oder im Stream auf www.srf.ch/sport.

Und wie fällt die Analyse in der Rückblende aus? Ganz nüchtern mit: Die ÖSV-Equipe litt an Anlaufschwierigkeiten. Denn längst hat der Wind gedreht. Hannes Reichelt stellte am Lauberhorn mit einem Paukenschlag den 1. Saison-Triumph sicher und stand Beat Feuz, Carlo Janka sowie Patrick Küng vor der Sonne. Mit bislang 2 Abfahrts-Podestplätzen und weiteren 11 Ergebnissen in den Top 10 liegen die Österreicher im Direktvergleich mit Swiss-Ski (3 Podestplätze und weitere 12-Mal in den Top) zwar noch knapp zurück.

Doch allen voran Reichelt und Mayer bürgen dafür, dass unser Nachbar an der WM erstklassig aufgestellt ist. Beflügelt durch Reichelts Super-G-Gold, das den Salzburger mit 34 Jahren zum ältesten Weltmeister der Geschichte macht, sind die Aussichten für die Abfahrt rosig.

Mayer verpasste in der 1. Männer-Entscheidung Bronze um 3 Hundertstel. Das veranlasste Reichelt in der Kronen Zeitung anzukündigen: «Er wird mit einer gehörigen Wut im Bauch ins Rennen gehen. Und bei mir ist jetzt der grosse Druck weg. Das macht uns beide gefährlich.»

Michael Walchhofer blickt im Ziel auf die Resultatetafel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bronze-Blick Michael Walchhofer stand als bislang letzter Österreicher auf einem WM-Abfahrtspodest. Keystone

Kadenz war einst viel höher

Die Austria-Fahrer sind nicht nur gefährlich, sondern auch brandheiss auf das Abfahrts-«Stockerl». Denn seit Michael Walchhofers Bronze 2005 resultierte bei den 4 folgenden Titelkämpfen ein Nuller.

Davor war die Kadenz an WM-Glanz in der Abfahrt deutlich höher. Denn bei den 5 Weltmeisterschaften vor Bormio stellten die Österreicher mit Walchhofer (2003), Hannes Trinkl (2001), Hermann Maier (1999) und Patrick Ortlieb (1996) 4-mal den Titelhalter.

Österreichs Top-10-Plätze in den Abfahrten 2014/15

Lake Louise
9. Reichelt



Beaver Creek
7. Franz
8. Reichelt
9. Mayer

Gröden7. Mayer



Santa Caterina
2. Mayer
4. Striedinger
5. Baumann
6. Reichelt
Wengen1. Reichelt



Kitzbühel4. Streitberger
7. Baumann
10. Mayer

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 04.02.15 18:30 Uhr

Video «Ski alpin: Weltcup, Männer-Abfahrt in Wengen» abspielen

Reichelt triumphiert in Wengen vor 3 Schweizern

8:13 min, aus sportpanorama vom 18.1.2015