«Ein grosser Tag» - ungleich interpretiert

Die ersten Medaillen in Vail/Beaver Creek sind vergeben. Während Weltmeisterin Anna Fenninger und Silbergewinnerin Tina Maze nach dem Rennen um die Wette strahlten, war die Gefühlslage bei Lindsey Vonn nicht ganz fassbar.

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Bei der Siegerehrung strahlt auch Vonn

2:21 min, vom 4.2.2015

Mit einem Sieg zum Saisonauftakt im Riesenslalom von Sölden war Anna Fenninger überzeugend in den Winter gestartet. Sie zog die Form bis zur WM durch - aber: es wollte kein Sieg mehr gelingen. 6 Mal resultierte Rang 2, auch in den letzten 3 Super-Gs der Saison.

Nun, exakt beim Saisonhighlight, gelang der Sprung zuoberst auf das Podium. «Ich war in diesem Winter vielfach nahe am Sieg. Es fehlte nur noch das Glück - ich habe es mir für den richtigen Tag aufgehoben», sagte sie freudestrahlend.

Interview mit Anna Fenninger

0:20 min, aus vail - beaver creek 2015 vom 3.2.2015

Andere Emotionen als in Sotschi

Dass sich die 25-Jährige in ihrer Lieblingsdisziplin nach Olympia-Gold in Sotschi auch noch die WM-Krone aufsetzt, bezeichnet sie als «Traum, der in Erfüllung geht. Es ist ein grosser Tag, es ist überwältigend.» Und: Sie ist die erste Fahrerin im Super-G überhaupt, die nach einem Olympiasieg auch Weltmeisterin wird. Zudem ist es nach 2011 in der Kombination für die Salzburgerin der zweite WM-Titel.

Den Triumph in Beaver Creek wollte die Österreicherin nicht mit dem Olympiasieg vergleichen. «Es war ganz anders von den Emotionen her. In Sotschi hatte ich die Startnummer 18 und musste im Ziel lange warten. Nun wusste ich, wenn im Ziel die 1 aufleuchtet, dann passt's. Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass ich dies erleben darf.»

(Nur) Bronze gewonnen

Nicht ganz so klar auszumachen war die Gefühlslage bei Lindsey Vonn, der Bronzegewinnerin. Von «ein bisschen enttäuscht» bis zu «wirklich glücklich» war alles zu hören.

Interview mit Lindsey Vonn

1:16 min, vom 3.2.2015

Die Einheimische ärgerte sich über den Gegenwind: «Man hofft immer auf ein faires Rennen. Aber das ist Skisport. Dennoch würde ich gerne nochmals eine Fahrt ohne Wind absolvieren.» Enttäuscht über Bronze? «Es ist zwar nicht ein wirklich grossartiger Tag für mich. Aber immer noch ein grosser Tag», sagte Vonn.

Fast ein wenig im Schatten von Fenninger und Vonn stand im Anschluss an das Rennen die zweitplatzierte Tina Maze. Zu unrecht, denn die Slowenin errang an einem Grossanlass bereits die 11. Medaille, zum 7. Mal eine silberne. Ihr Fazit: «Ich bin sehr glücklich. Es ist ein grosser Tag.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 03.02.15, 19:00 Uhr

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Interview mit Tina Maze

1:23 min, vom 3.2.2015