Janka: «Eine Medaille wäre möglich gewesen»

Carlo Janka hat sich nach Rang 6 in der Olympia-Abfahrt von Sotschi enttäuscht gezeigt. Ein zeitraubender Fehler machte die Medaillenträume des Bündners zunichte. Sieger Matthias Mayer konnte sein Glück dagegen kaum fassen.

Vor der Olympia-Saison zählte Carlo Janka keineswegs zum Favoritenkreis für Sotschi - zu enttäuschend war die vorherige Saison des Bündners verlaufen. Doch der Riesenslalom-Olympiasieger von 2010 tastete sich langsam aber sicher wieder an die Weltspitze heran. Und mit drei starken Trainings in Rosa Chutor mauserte er sich zur grössten Schweizer Medaillenhoffnung.

Janka: «Der 6. Platz nützt nicht viel»

Bester Schweizer war er in der «Königsdisziplin» denn auch - doch mit Rang 6 erfüllten sich seine Träume vom 2. Olympia-Edelmetall nicht. Der 27-Jährige zeigte zwar eine engagierte und kämpferische Fahrt, doch ein viel zu lang geratener Sprung beim «Bear's Brow» kostete entscheidend Zeit - 37 Hundertstel fehlten am Ende zu Bronze.

«Es sieht so aus, als wäre der Hund dort begraben», analysierte Janka im Zielraum. «Eine Medaille war das Ziel - und es wäre möglich gewesen. Der 6. Platz nützt nicht viel. Es ist schade», sagte er trotz Olympia-Diplom enttäuscht.

«Irrsinnige» Freude bei Mayer

Unbändige Freude herrschte dagegen selbstredend bei Olympiasieger Matthias Mayer. «Ich freue mich irrsinnig», frohlockte der 23-jährige Österreicher. «Dass es um 6 Hundertstel aufgeht, ist unglaublich.» Damit überflügelte er seinen Vater Helmut Mayer, der in Calgary 1988 Olympia-Silber im Super-G gewonnen hatte.

Beim zweitplatzierten Christof Innerhofer überstrahlte die Freude an Edelmetall den möglichen Ärger über den geringen Rückstand. Eine Olympia-Medaille sei einer seiner grössten Träume gewesen. «Im Training habe ich extrem viel Kraft gespart», erklärte der Südtiroler sein Rezept.

Geschlagener Miller völlig ratlos

Mit Bode Miller ging der Topfavorit als Achter leer aus. Der Amerikaner zeigte sich ratlos: «Ich weiss nicht, was passiert ist. Es ist eines der Mysterien des Skifahrens.» Er sei nicht schlecht gefahren, doch das Licht und die Bedingungen seien mit Fortdauer des Rennens etwas schlechter geworden, befand er. «Es ist klar, dass Gold das Ziel war.»