Offene Ausgangslage vor dem Olympia-Slalom

Die Ausgangslage vor dem letzten Olympia-Skirennen der Männer verspricht Spannung: In den 7 Slaloms des Winters gab es nicht weniger als 5 verschiedene Sieger. Für die Schweizer geht es primär darum, Erfahrungen zu sammeln.

Marcel Hirscher gilt wie an der WM in Schladming als heissester Gold-Anwärter. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Gejagte Marcel Hirscher gilt wie an der WM in Schladming als heissester Gold-Anwärter. Keystone

Ingemar Stenmark, Phil Mahre, Alberto Tomba, Thomas Stangassinger, Benjamin Raich: sie gehören zum Zirkel jener Slalom-Olympiasieger, mit denen die Fachwelt im Vorfeld der Spiele gerechnet hatte. Dann gibt es aber auch die Gruppe mit Hans Petter Buraas, Jean-Pierre Vidal, Finn Christian Jagge oder zuletzt in Vancouver 2010 Giuliano Razzoli: zwar Könner ihres Fachs, aber keineswegs Topfavoriten.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte des ältesten alpinen Olympiawettbewerbs ist klar, dass es ganz anders kommen kann, als man möglicherweise denkt. Und dass beim Slalom der Prognose-Einfädler ebenso stark verbreitet ist, wie der Einfädler auf der Piste.

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TV-Hinweis

TV-Hinweis

Den Männer-Slalom sehen Sie am Samstag live auf SRF zwei und im Sotschi Player. Der 1. Lauf beginnt um 13:30 Uhr, der 2. Lauf um 17:05 Uhr.

5 verschiedene Sieger in 7 Saisonrennen

Der Blick auf die aktuelle Weltcup-Rangliste macht die Sache nicht wesentlich einfacher: 7 Rennen, 5 verschiedene Sieger. Marcel Hirscher, Mario Matt und Felix Neureuther prägen die Szene seit längerem, Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen sorgen für frischen Wind. Auch wenn Hirscher eine Treppenstufe über den anderen Vier steht, ist die Sache doch offener als im Riesenslalom mit dem unbestrittenen «Big Boss» Ted Ligety.

Hirschers Ausgangslage erinnert an die WM

Für Hirscher wird das Rennen zu einer Art Déjà-vu mit dem WM-Slalom in Schladming. Nur dass er diesmal nicht die ganze Last der Skination Österreich auf den Schultern spürt. Einen Teil davon hat ihm Matthias Mayer mit dem Abfahrtstriumph abgenommen.

Schweizer Quartett schnuppert Olympia-Luft

Mit Freude erwarte ich den Auftritt der Schweizer «Slalomspielgruppe» Luca Aerni, Daniel Yule, Ramon Zenhäusern und Justin Murisier. Vier Talente mit Potenzial in der Schnupperlehre. Gut möglich, dass man sich in 4 oder 8 Jahren ganz intensiv an ihre ersten Schritte im olympischen Stangenwald zurück erinnern wird.