Viletta übertrumpft die Favoriten: «Das ist genial»

Sandro Viletta hat bei seinem Olympiasieg in der Super-Kombination sämtliche Favoriten ausgestochen. «Es ist unbeschreiblich», frohlockte der 28-jährige Bündner. Fast noch mehr freute sich Teamkollege Carlo Janka.

Er zählte nicht zu den Favoriten, hatte abgesehen von einem Super-G-Sieg keinen Podestplatz vorzuweisen und bei Grossanlässen noch nie Edelmetall geholt. Doch am Ende war Sandro Viletta bei den Olympischen Spielen in Sotschi der beste Kombinierer. Denn der Bündner machte genau das, was SRF-Kommentator Matthias Hüppi im Vorfeld als Devise ausgegeben hatte: Den Slalomlauf des Lebens auspacken.

Nach Rang 14 in der Abfahrt schlängelte sich der 28-Jährige brillant durch den Stangenwald und stellte mit der zweitbesten Laufzeit eine Marke auf, an der sich in der Folge sämtliche Konkurrenten die Zähne ausbeissen sollten. Zum bisher einzigen Weltcup-Sieg in Beaver Creek im Dezember 2011 gesellte sich Olympia-Gold. Er ist damit der erste Schweizer Kombi-Olympiasieger überhaupt.

Die Freude über Kostelics Gratulation

«Es ist unbeschreiblich. Ich freue mich extrem», rang Viletta nach seinem Triumph nach Worten. Besonders freute er sich darüber, dass sich Konkurrent und Silber-Gewinner Ivica Kostelic und dessen Vater im Zielraum mit ihm gefreut hätten. «Das tut einem gut», so Viletta gerührt.

Interview mit Carlo Janka (sotschi direkt, 14.02.14)

0:34 min, aus Sotschi-Clip vom 14.2.2014

Das Ende einer langen Leidensgeschichte

Der Olympiasieg entschädige für fast alles, sagte er. Denn der Bündner, der im Alter von 17 Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitt, hatte seit 2010 unter hartnäckigen Rückenschmerzen gelitten und diese erst vor kurzem dank neuem Physiotherapeuten und verändertem Training in den Griff gekriegt. Rang 4 bei der Wengen-Kombi vor Monatsfrist war ein Anzeichen dafür, dass Viletta auf dem aufsteigenden Ast ist.

Der Jubel des Teamkollegen

Dass der endgültige Befreiungsschlag in Sotschi folgen würde, war aber dennoch unerwartet. Doch deshalb nicht weniger verdient, wie Carlo Janka sagte. «Er musste lange unten durch - körperlich und auch resultatmässig lief es nicht wie gewünscht.» Es schien, als freute sich der Teamkollege beinahe mehr über Vilettas Triumph, als wenn er selber gewonnen hätte. «So macht es gleich wieder Spass», so Janka. «Wie ich gefahren bin, ist heute 'wurscht'.»