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Die Messerattacke auf Monica Seles im April 1993
Aus Sport-Clip vom 30.04.2020.
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«Blick zurück»: 30. April 1993 Als das Attentat auf Monica Seles die Tennis-Welt veränderte

Vor 27 Jahren stach ein geistig verwirrter Fan Monica Seles nieder und stoppte damit ihren steilen Aufstieg.

Monica Seles ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen der Geschichte. Doch trotz den 53 Turniertiteln (darunter 9 Grand Slams) der früheren Nummer 1 kommt vielen Sportfans beim Namen Seles zunächst ein schlimmes Ereignis in den Sinn - das Attentat von Hamburg.

Ohne die Messerattacke würden wir von Monica als der Spielerin mit den meisten Grand-Slam-Titeln sprechen.
Autor: Martin Navratilova

Am 30. April 1993 trat Seles beim WTA-Turnier in der Hansestadt im Viertelfinal gegen Magdalena Maleewa an. Bei einem Seitenwechsel geschah dann das Unfassbare: Günter Parche, ein psychisch gestörter Fan von Seles' ärgster Rivalin Steffi Graf, stach der damals 19-Jährigen mit einem Messer in den Rücken und sorgte damit für einen der grössten Skandale der Tennishistorie.

Seles
Legende: Surreale Szenen auf dem Tenniscourt in Hamburg Monica Seles musste nach einer Messer-Attacke gepflegt und ins Spital gebracht werden. Getty Images
Mein Ziel war es, sie für eine gewisse Zeit spielunfähig zu machen, damit Steffi Graf wieder die Nummer 1 der Weltrangliste wird.
Autor: Günter ParcheAttentäter von Monica Seles

Der Täter sagte später vor Gericht aus, er habe Seles nur verletzen, keinesfalls töten wollen: «Mein Ziel war es, sie für eine gewisse Zeit spielunfähig zu machen, damit Steffi Graf wieder die Nummer 1 der Weltrangliste wird.» Sein Wunsch sollte schon fünf Wochen später Realität werden.

Seles
Legende: Neunfache Grand-Slam-Siegerin Monica Seles ist trotz der langen Verletzungspause eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen der Profi-Ära. Getty Images

Der schwere Weg zurück auf die Tour

Seles bestritt nach dem Attentat zwei Jahre lang keine Profispiele mehr. Die physischen Verletzungen der Messerattacke waren zwar schon bald verheilt, aber das einstige Supertalent hatte in der Folge jahrelang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Die gebürtige Jugoslawin haderte inbesonders damit, dass Attentäter Parche nie ins Gefängnis musste.

Vor dem 30. April 1993 war Seles in der Form ihres Lebens. Von den vorangegangenen 9 Grand Slams gewann sie 7. Ihr Comeback nach dem Attentat gab sie schliesslich erst 1995. Obwohl Seles im Folgejahr die Australian Open gewann, konnte sie nie mehr an die Erfolge ihrer Anfangszeiten anknüpfen.

Hätte Seles Court übertrumpft?

Viele Experten sind der Meinung, dass Seles ohne das auf sie verübte Attentat noch weitaus mehr Turniere in ihrer Karriere gewonnen hätte. Beispielhaft sind dafür die Aussagen von Martina Navratilova, die 2013 in einem Interview meinte: «Ohne die Messerattacke würden wir von Monica als der Spielerin mit den meisten Grand-Slam-Titeln sprechen, vor Margaret Court und Steffi Graf.» Mittlerweile liegt in dieser Rangliste Serena Williams mit 23 Grand Slams auf Platz 2 und damit einen Titel vor Graf und einen Titel hinter Court.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
    Fortsetzung des anderen Kommentar: Man hätte viel öfters von Seles berichten können. Sie feierte so viele Erfolge in so jungen Jahre und man hört immer nur vom Anschlag. Dies rückt die Tatsache, dass sie die beste aller Zeiten ist, in den Hintergrund. 8 Gs im Alter von 19 sind unfassbar und das trotz der grossen Konkurrenz. Jeder der sich mit Tennis auskennt, weiss dass sie alle übertroffen hätte und heute 25+ Grandslam Titel hätte.
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  • Kommentar von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
    Ich finde es erstaunlich, dass es für den Attentäter so einfach war.Hinzu kommt noch, dass er straffrei blieb. Ich bin praktisch sicher, dass er Beihilfe hatte und man ihm Immunität nach dem Angriff zugesichert hat. Anders ist dies alles nicht zu erklären. Leider hört man im deutschsprachigen Raum wenig von Seles, da sie definitiv die beste aller Zeiten ist (8GS mit 19Jahren) und man diesen Titel lieber Graf geben würde. Bezeichnend, dass nur vom Anschlag und nicht den Erfolgen geschrieben wird.
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  • Kommentar von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
    Ich finde es erstaunlich, dass es für den Attentäter so einfach war.Hinzu kommt noch, dass er straffrei blieb. Ich bin praktisch sicher, dass er Beihilfe hatte und man ihm Immunität nach dem Angriff zugesichert hat. Anders ist dies alles nicht zu erklären. Leider hört man im deutschsprachigen Raum wenig von Seles, da sie definitiv die beste aller Zeiten ist (8GS mit 19Jahren) und man diesen Titel lieber Graf geben würde. Bezeichnend, dass nur vom Anschlag und nicht den Erfolgen geschrieben wird.
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