Del Potro entthront Federer in Basel

Roger Federer hat den 6. Turniersieg bei seinem Heimturnier in Basel verpasst. Der Weltranglisten-Erste musste sich im Final der Swiss Indoors dem stark aufspielenden Juan Martin Del Potro aus Argentinien mit 4:6, 7:6 und 6:7 geschlagen geben.

6 Mal waren sich Roger Federer und Juan Martin Del Potro in diesem Jahr schon gegenüber gestanden. 6 Mal gewann der Schweizer, unter anderem siegte er im olympischen Halbfinal in London und bei den French Open. Nun aber, ausgerechnet bei seinem Heimturnier, zog Federer den Kürzeren.

Wie in Paris (über 5 Sätze) und in London (19:17 im 3. Satz) war die Partie hart umkämpft. Erst nach 2:44 Stunden verwertete Del Potro seinen 1. Matchball. Für den Argentinier war es in Basel im 4. Anlauf der 1. Triumph. Er bestätigte damit seine gute Form: Vor Wochenfrist hatte er bereits in Wien gesiegt.

Lob vom «Maestro»

Federer zollte nach der Partie dem Argentinier auch Respekt. Insbesondere für den Aufschlag Del Potros fand er lobende Worte: «Er hat kein einziges Break zugelassen und deshalb ist der Sieg verdient.»

Federers Chancen im 3. Satz

Im finalen Umgang war Lokalmatador Federer nahe am vielleicht vorentscheidenden Break gestanden. Bei 1:1 und 3:3 erspielte er sich total 4 Möglichkeiten zum Servicedurchbruch, doch der Argentinier zeigte keine Nerven.

Bei 6:5 war er seinerseits bei Aufschlag Federer nur noch 2 Punkte vom Titel entfernt, die Nummer 1 konnte sich jedoch mit 3 Assen in Serie ins Tie-Break retten. Die Kurzentscheidung ging dann aber mit 7:3 klar an Del Potro.

Del Potros starker Beginn

Den besseren Auftakt in diese packende und intensive Finalpartie hatte Del Potro verzeichnet. Ein ums andere Mal drängte die Weltnummer 8 den Schweizer mit seinen kraftvollen Grundlinienschlägen in die Defensive. Und bei eigenem Service war der 1,98-m-Mann unantastbar. Er breakte Federer zum 3:2 und brachte Umgang 1 mit 6:4 ins Trockene.

Mit Fortdauer der Partie fand Federer besser ins Spiel, sah sich aber bei 5:5 im 2. Satz und einem Breakball Del Potros nahe an der Niederlage. Doch der 5-fache Basel-Sieger meisterte die Situation und liess wenig später im Tie-Break (7:3) nichts anbrennen. Der 3. Durchgang musste die Entscheidung bringen - sie fiel zum spätmöglichsten Zeitpunkt zuungunsten Federers.

Del Potro: «Wie ein Traum!»

Abgesehen vom entscheidenden Tiebreak habe er eine gute Leistung geboten, meinte ein enttäuschter Federer am Ende. «Leider konnte ich zum Schluss nicht mehr mein allerbestes Tennis auspacken.» Anders präsentierte sich die Gefühlslage bei Del Potro. «Dieser Sieg ist wie ein Traum!»

McEnroe noch vor Federer

Del Potros geglückte Revanche für den verlorenen Halbfinal bei den Olympischen Spielen war erst der 3. Sieg gegen Federer in 16 Duellen. Mit dem 4. Turnier-Erfolg in diesem Jahr schraubte er sein Total auf 13. Federer vergab derweil die Chance, mit seinem 77. Titel auf der ATP-Tour mit John McEnroe gleichzuziehen.