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Federer zeigt mit den Fingern eine Millimeterentscheidung an.
Legende: Erfahren Federer weiss, dass im Spitzentennis oft Details ausschlaggebend sind. EQ Images
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ATP-Tour Federer mit geübtem Kurzzeitgedächtnis in Richtung Sandsaison

«Ich werde nicht lange auf dieses Match zurückschauen», resümierte Federer seine Finalniederlage gegen Novak Djokovic in Indian Wells. Um die Kürze des Verarbeitungsprozesses zu unterstreichen, fügte er hinzu: «In etwa 25 Minuten wird das vergessen sein.»

Das Geheimnis der Langlebigkeit des Baselbieters liegt nicht zuletzt auch in seiner Fähigkeit, Niederlagen schnell zu verdauen: «Wenn ich hier rausgehe, werde ich mir sagen: ‚Es war ein gutes Turnier.‘» Mentale Stärke war gegen seinen ewigen Kontrahenten aus Serbien zuvor bereits auf dem Court gefordert gewesen.

100% aller Punkte nach eigenem erstem Service, 0 Breakchancen zugelassen – Novak Djokovic legte im Startsatz eine Dominanz an den Tag, welche die meisten Gegner früh zermürbt hätte. Roger Federer jedoch liess sich nicht beeindrucken und hielt an seiner Strategie fest, durch ein offensives Vorgehen die Ballwechsel möglichst kurz zu halten.

Beherzter Kampf und nüchternes Fazit

Zähigkeit und Widerstandskraft hielten den Baselbieter auch im Spiel, als er im 2. Satz zurücklag und erst im 6. Anlauf zum 4:4 ausgleichen konnte. So war es schliesslich Djokovic, der trotz Überlegenheit in allen Match-Statistiken zu Beginn des 3. Satzes wutentbrannt sein Spielgerät zertrümmerte. Erneut war Federer im 6. Versuch ein Break gelungen – diesmal zum 2:2.

Dass der Serbe dennoch verdient als Sieger vom Platz ging, war aber auch Federer nicht entgangen: «Er fand am Schluss einen zusätzlichen Gang. Kontrollierte Aggression von der Grundlinie aus erwies sich schlussendlich als Schlüssel zum Erfolg.» Wer unmittelbar nach Spielende so ehrlich und präzis analysiert, dem kauft man es ab, dass er nicht lange an Niederlagen zu kauen hat.

Weiterhin voller Spielfreude

Frei von Ballast nimmt Federer also die nächste Herausforderung in Angriff. Die Sandplatzsaison beabsichtigt der 33-Jährige mit drei Wochen intensivem Training in der Schweiz vorzubereiten, ehe er in Monte Carlo erstmals in diesem Jahr auf der roten Unterlage antritt. An mentaler Stärke wird es Federer erneut nicht fehlen: «Ich freue mich auf die Sand- und Rasensaison. Das wird insgesamt eine tolle Sache.»

Video
Déjà-vu für Federer bei Final-Niederlage in Indian Wells
Aus sportlounge vom 23.03.2015.
abspielen

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 22.03.2015, 21:15 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Känzig , Basel
    Ich finde diese Art von Roger Federer eigentlich nur despektierlich. Das heisst ja nur, wenn ich nicht gewinne, geht es mir am ... vorbei. Warum spielt der Mann denn jetzt noch Tennis. Es entwürdigt den Sieg von Djokovic. Das ist wohl das Einzige, was Roger dazu einfällt. Einfältig. Schade.
    1. Antwort von RF Forever , Switzerland
      Einfältig ist hier eigentlich nur ihr Kommentar.
    2. Antwort von Kevin , Zürich
      Ein schönes Beispiel der mentalen Überlegenheit des Herrn Federer gegenüber seinen Kritikern.
  • Kommentar von Georges Inglin , 6048 Horw
    Federer hat hervorragend gespielt - keine Frage. Und wenn man den Altersunterschied bedenkt, ist das nicht selbstverständlich. Es bleibt zu hoffen, dass er noch lange weiterspielt! Noch eine Korrektur: Sie schreiben - schon in der ersten Analyse - Dj. habe die Contenance nach dem erneuten Rebreak zum 2 : 2 (bzw. zu Beginn des 3. Satzes) verloren. Das stimmt nicht: Die Zertrümmerung des Rackets erfolgte nach dem verlorenen Tiebreak - bestimmt als Reaktion auf die unglaublichen drei Doppelfehler!