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ATP-Tour «Il Re» Federer: Regentschaft ohne sportliche Legitimation

Roger Federer und Italien - es ist eine eigentlich perfekte Kombination. Was fehlt, ist einzig das sportliche «Happy End». Nahe dran war der Schweizer schon oft.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Verantwortlichen in Rom nach Roger Federers frühem Out in Madrid insgeheim gefreut haben. Nachdem eine Teilnahme des Schweizer Superstars lange als unrealistisch galt, änderte sich die Ausgangslage durch die Niederlage in Madrid schlagartig.

Das ist natürlich keinesfalls böse gemeint. Denn trotz Anwesenheit der gesamten Tenniselite: Das Turnier im schmucken «Foro Italico» ist ohne Federer nicht dasselbe. Fangemeinden hat der Basler überall auf dem Globus, in Italien lieben sie ihn aber besonders innig.

Sprachtalent Federer will Italienisch lernen

Federer und Italien - es ist eine spezielle Verbindung. 1999 bestritt der Schweizer gegen die «Azzurri» seine erste Davis-Cup-Partie, 2001 feierte er in Mailand seinen 1. Titel auf der ATP-Tour. Der italienischen zieht Federer nur die heimische Küche vor. Fehlt eigentlich nur noch, dass der 33-Jährige Italienisch spricht. «Es ist eine wunderbare Sprache. Leider fehlt mir die Zeit dazu, um sie richtig zu lernen. Vielleicht später einmal», sagte er erst kürzlich in einem Interview mit der Basler Zeitung.

Die Liebe beruht definitiv auf Gegenseitigkeit. Wenn «Il Re» (Gazzetta dello Sport) unserem südlichen Nachbarland seine Aufwartung macht, liegen ihm nicht nur die Fans zu Füssen. Auch die italienische Prominenz nutzt jede Gelegenheit, um ein paar Worte mit dem Superstar zu wechseln und sich einen Schnappschuss fürs Fotoalbum zu sichern (siehe Galerie).

Legende: Video Sports Awards: Nannini umarmt Federer abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus sportlive vom 14.12.2014.

Nannini: «Roger ist mein Gott»

Zu den berühmten «Tifosi» zählt neben einer Armada an Fussballspielern auch Gianna Nannini. Die Rocksängerin fiel Federer nach ihrem Auftritt bei den «Sportsawards» im vergangenen Dezember regelrecht um den Hals und sagt über ihn: «Federer spielt kein Tennis. Federer ist Tennis.» Oder: «Wenn er spielt, hat das etwas von Göttlichkeit. Als ob er schweben würde. Und er ist bildhübsch. Im Tennis ist Roger mein Gott!»

Bittere Erinnerungen an den Final 2006

Bei Fans und Journalisten ist Federer die unumstrittene Nummer 1, auf dem Court von Rom hat er das grosse Glück aber noch nicht gefunden. Zwar stand er in der ewigen Stadt bereits dreimal im Final (2003, 2006, 2013), zum Titel hat es bislang aber nie gereicht.

Dem Triumph am nächsten kam der 17-fache Grand-Slam-Champion 2006. Vor der Sonne stand ihm aber - wie so oft - Rafael Nadal. Federer vergab in einem über fünfstündigen Abnützungskampf zwei Matchbälle und unterlag im Tiebreak des 5. Satzes. Die Partie gilt neben dem Wimbledon-Final 2008 als die wohl beste in der Rivalität der beiden Ausnahmekönner.

Legende: Video Die drei Finalniederlage von Roger Federer in Rom abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 12.05.2015.

Sendebezug: SRF 1, Morgenbulletin, 12.05.2015, 08:30 Uhr

Start gegen Cuevas

Start gegen Cuevas

Roger Federer startet ins ATP-1000-Turnier von Rom in der 2. Runde gegen den Uruguayer Pablo Cuevas (ATP 24). Die Partie findet am Mittwoch statt und kann hier im Liveticker mitverfolgt werden.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Sam, Merligen
    ROGER IST GOTT!!! nicht nur im Tennis, sondern im Sport allgemein! Es hat wohl nie (und wird auch nie wieder) solch eine beeindruckende Persönlichkeit unter den Promis gegeben...
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  • Kommentar von Alina Kunz, Bern
    Das ist wohltuender, realistischer Klartext: Ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Huber! Es wird keinen zweiten Roger Federer mehr geben. Auch ich geniesse jedes Spiel von ihm, wissend dass die Zeit leider beschränkt ist.
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  • Kommentar von Martin Huber, Basel
    Roger ist Tennis! So ist es :-) Auch wenn er im Herbst seiner Karriere naturgemäß die eine oder andere unerwartete Niederlage hinnehmen wird müssen, bin ich für jedes Turnier, an dem wir ihn noch erleben dürfen dankbar. Nach seinem Rücktritt wird Tennis nicht mehr dasselbe sein. Sein variantenreiches Spiel ist mit dem eintönigen Grundliniengeschiebe eines Djokovic, Murray oder Nadal nicht vergleichbar.
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