Wawrinka-Gegner Sock: Auf den Spuren von Federer und Roddick

Im Toronto-Achtelfinal trifft Stan Wawrinka auf die relativ unbekannte Tennis-Hoffnung Jack Sock. Wieso der Amerikaner sich mit Roger Federer vergleicht und was ihn mit Andy Roddick verbindet.

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Bildlegende: Wie einst der grosse Roddick Jack Sock richtet sich nach einem erfolgreichen Aufschlag sein Shirt. Keystone

Seit Andy Roddicks Blütezeit nach der Jahrtausendwende herrscht im amerikanischen Männertennis Flaute. Ein Lichtblick stellt der 23-jährige Jack Sock dar, der am Donnerstagabend Stan Wawrinka in Toronto fordert.

«  Ich war eine Art Federer. »

Jack Sock

Erst mit acht Jahren hielt Sock erstmals ein Tennis-Racket in der Hand, dafür bald schon mit durchschlagendem Erfolg: An der Kansas High School spielte der Youngster alles in Grund und Boden, verlor keinen einzigen Match und wies eine Bilanz von 80:0 auf.

Auf den Spuren des Vorbilds

«Man kann sagen, dass ich da eine Art Federer war», meinte Sock einst gegenüber dem Tagesanzeiger. Noch mehr Parallelen weist der Rechtshänder mittlerweile mit seinem grossen Vorbild Roddick auf. «Wir haben ähnliche Stärken, den Aufschlag und die Vorhand.»

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Bildlegende: Ein Spässchen mit der Linienrichterin Jack Sock gilt auf der Tour als Witzbold. Getty Images

Noch schneller als seine Kracher-Vorhand ist einzig sein Sprechtempo – eine weitere Gemeinsamkeit mit «A-Rod». Auch den Heimatstaat Nebraska und die stattliche Grösse teilt er mit seinem Landsmann.

Letzteres bringt neben dem starken Aufschlag auch eine Schwäche mit sich: Sock braucht Zeit für seine grosse Ausholbewegung. Deshalb behagt ihm die langsame Sandunterlage am meisten. Dort hat der Hobby-Golfer auch sein bisher einziges Turnier bei den Grossen gewonnen; im April 2015 in Houston.

Wawrinkas Trainingsbekanntschaft

Nun fordert er Stan Wawrinka in Toronto auf Hartplatz. Auf der Tour sind sich die beiden noch nie gegenübergestanden, auf dem Trainigsplatz dagegen schon. In Übersee hat sich Wawrinka schon häufiger mit Sock auf Matches vorbereitet – und dessen Qualitäten erkannt. «Der wird einmal richtig gut», war sich der Romand im letzten Sommer sicher.

Die aktuelle Weltnummer 26 ist auf einem guten Weg dahin. Vor einem knappen Jahr hat er erstmals die Top 30 geknackt, im Januar bereits bei den besten 20 angeklopft. Bis zum «Status Roddick» ist es allerdings noch ein weiter Weg für Sock. Einen ersten Schritt könnte er gegen Wawrinka tun.

Sendebezug: Radio SRF 1, Morgenbulletin, 27.07.2016

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Sock unterliegt Federer im Halbfinal von Basel 2015

3:30 min, vom 31.10.2015