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Davis Cup Schweizer Doppel verliert Rekordspiel

Die Schweiz ist in den Davis-Cup-Achtelfinals gegen Tschechien mit 1:2 in Rückstand geraten. Stanislas Wawrinka und Marco Chiudinelli verloren in Genf das längste Spiel der Davis-Cup-Geschichte gegen Tomas Berdych/Lukas Rosol in mehr als 7 Stunden mit 4:6, 7:5, 4:6, 7:6 (7:3) und 22:24.

Nach dem unglücklich verlorenen Doppel stehen die Schweizer vor dem erneuten Gang in die Abstiegsrunde. Stanislas Wawrinka (gegen Tomas Berdych) und voraussichtlich Marco Chiudinelli (gegen Lukas Rosol) müssen am Sonntag beide ihr Einzel gewinnen, damit die Schweiz zum ersten Mal seit 2004 wieder in die Davis-Cup-Viertelfinals einziehen kann.

Tschechen verwerten 13. Matchball

Das Doppel zwischen Wawrinka/Chiudinelli und Berdych/Rosol entwickelte sich in Genf zusehends zu einem regelrechten Krimi: Im 5. Satz, der alleine 215 Minuten dauerte, kamen die Schweizer beim Stande von 7:7 und 8:8 zu insgesamt 3 Breakchancen, welche sie aber nicht verwerten konnten. Nach 7 Stunden und 2 Minuten nutzten die Tschechen dann ihren insgesamt 13. Matchball nach einem Doppelfehler Chiudinellis.

Chiudinelli im Pech

So wurde Chiudinelli am Ende der tragische Held dieses Abends. Den 31-jährigen Basler dürfte die Niederlage besonders schmerzen, denn er war die tragende Kraft im Schweizer Doppel. Bis zum Matchball hatte er seinen Aufschlag kein einziges Mal abgegeben - ja nicht einmal einen Breakball zugelassen. Demgegenüber schwächelte Wawrinka, der seinen Service insgesamt dreimal abgab, vor allem in den ersten 3 Sätzen.

«Wir hatten viele Gelegenheiten heute», sagte Wawrinka nach dem Spiel und ergänzte selbstkritisch: «Zu Beginn war ich nicht auf einem hohen Niveau.» Er gab nach dem Spiel zu, dass er sowohl mental als auch körperlich müde sei. «Aber ich glaube nicht, dass es Berdych besser geht», so der 27-Jährige.

Miserable Bilanz bei Breakbällen

Im 5. Satz, als die Schweizer nicht weniger als 17 Mal gegen den Matchverlust aufschlagen mussten, entwickelte sich die Affiche zum Nervenspiel: «Wir haben einfach versucht, uns auf die einzelnen Ballwechsel zu konzentrieren und Punkt für Punkt zu nehmen», erklärte Wawrinka seine Taktik in der Schlussphase.

Die Schweizer wie auch die Tschechen hatten schon zuvor viele Chancen gehabt, das Spiel früher entscheiden zu können. Doch Wawrinka/Chiudinelli nutzten nur 2 von 14 Breakchancen (beide im 2. Satz), Berdych/Rosol deren 4 von 24.

Davis Cup. Weltgruppe. Achtelfinals. Zwischenresultate:

Schweiz - Tschechien 1:2.

Kasachstan - Österreich 2:1.

Kanada - Spanien 2:0.

Belgien - SERBIEN 0:3.

FRANKREICH - Israel 3:0.

USA - Brasilien 2:0.

ARGENTINIEN - Deutschland 3:0.

Italien - Kroatien 2:1.

Mehrere Rekorde

Das Davis-Cup-Doppel hat mehrere Rekorde gebrochen: Es geht als längstes Match und als längstes Doppel in die Davis-Cup-Geschichte ein. Auch den Rekord der meisten Spiele in einer Begegnung übertrafen die 4 Akteure. Das längste Spiel bestritten bisher John McEnroe und Mats Wilander vor 21 Jahren (9:7, 6:2, 15:17, 3:6 und 8:6 in 6:22 Stunden).

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Gino Qualizza , Frutigen
    Es gibt nicht nur Roger Federer, der Tennisspielen kann und geschichtsträchtige Spiele spielen kann, und das ohne Live Übertragung. Alles Roger oder was?
  • Kommentar von Hanspeter Riede , Rüschlikon
    Chiudinelli spielte als formell Schwöchster der Vier über die ganze Dauer stark, auch wenn er das entscheidende Break kassierte. Mit einem Wawrinka in Normalform wäre das Doppel in drei oder vier Sätzen zu gewinnen gewesen. Der Romand konnte sich erst im 5. Satz etwas steigern.
  • Kommentar von Spörri Markus , Gibswil-Ried
    Sehr geehrtes SRF
    Die Welt Nummer 17 im Tennis spielt in der Schweiz für unser Land und ihr habt die Frechheit, dies nicht zu übertragen, da die Weltnummer 1 RF nicht daran teilnimmt. Die heutige Begegnung endete als historisches Ereignis, es wird als längstes Davis-Cup-Spiel in die Bücher eingehen ohne dem deutschsprachigen Publikum live präsentiert worden zu sein. Was muss ein Wawrinka noch leisten um bei Euch die Anerkennung zu erhalten die er verdient?
    Sehr schwach, typisch SRF
    1. Antwort von Ein Hinseher , Kleinbösingen
      Lieber Spörri Markus - ich das ganze Match LIFE gesehen. Zugegeben, ich musste den Kommentar in französischer Sprache hören, aber wir sind nun einmal in einem Land daheim, in welchem 4 Sprachen offiziell praktiziert werden. SRF heisst "Schweizer Radio und F'sehen", nicht DSRF!
    2. Antwort von Roman , Biel
      Vielen Dank, dass dies einmal jemand auf den Punkt gebracht hat!
      Wawrinka hat definitiv mehr Anerkennung verdient!
    3. Antwort von Ruth Zahnd , Orange, VA
      Gut gesagt.