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Das war Federers Tennisjahr 2019
Aus Sport-Clip vom 16.11.2019.
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Federers Saison unter der Lupe Historische Hundert und Probleme mit den «Big Points»

Roger Federer hat bewiesen, dass er auch mit 38 Jahren noch zu den Besten gehört. Doch es wäre noch viel mehr möglich gewesen.

Das Tennisjahr 2019 auf der Tour endete für Roger Federer gleich wie das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres: mit einer bitteren Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas. Dazwischen standen etliche Höhen, von wenigen Enttäuschungen flankiert. Dass 38 nur eine Zahl ist, die «Next Generation» aufmuckt und die 100 geknackt wurden, sind die Erkenntnisse in der Jahresbilanz des Baselbieters.

Die Zahlen zu Federers 2019

Siege
Turniersiege
Grand Slams
Bilanz vs Top 10
53:104
(Dubai, Miami, Halle, Basel)
Australian: Achtelfinal
French: Halbfinal
Wimbledon: Final
US Open: Viertelfinal
8:8

Die Highlights: Der Hunderter und die «Stängeli»

2019, es wird als Jahr der Jubiläen für Federer in die Tennis-Geschichtsbücher eingehen. In Dubai schnappte sich der «Maestro» den 100. Turniersieg. In der anderen Wahlheimat, Halle, stemmte Federer bereits zum 10. Mal die Trophäe in die Höhe. Das «Stängeli» machte er auch beim Heimturnier in Basel perfekt.

Mit dem Erfolg und jeder Menge Spass am Hopman Cup lancierte der dort noch 37-Jährige die Saison. Als sportlich grösster Triumph gewann er das ATP-1000-Turnier in Miami. Das «Sunshine-Double» blieb Federer aufgrund einer Final-Niederlage in Indian Wells knapp verwehrt. In Roland Garros wurden die Zuschauer Zeugen eines gelungenen French-Open-Comebacks. Erst Rafael Nadal und orkanartige Böen setzten dem Erfolgslauf im Halbfinal ein Ende.

Die Dämpfer: «Big Points» und neue Widersacher

«Ich hatte meine Chancen, um viel mehr zu erreichen», blickte Federer nach dem Out an den ATP Finals auf das Tennisjahr zurück. SRF-Tennis-Experte Heinz Günthardt analysiert: «Roger war einen Punkt von der perfekten Saison entfernt.» Gemeint ist natürlich der Wimbledon-Final, den er nach 2 vergebenen Matchbällen noch gegen Novak Djokovic verlor.

Eine erste Enttäuschung hatte es an den Australian Open abgesetzt: Alle 12 Breakchancen liess Federer gegen Tsitsipas im Achtelfinal liegen. Da konnte er noch nicht ahnen, dass sich die Geschichte 10 Monate später wiederholen würde. Die US Open endeten mit einer Viertelfinal-Niederlage gegen Grigor Dimitrov unerwartet früh.

Allgemein wurde offenbar, dass auch Erfahrung nicht immun gegen Nervenflattern macht. Probleme bei «Big Points» machten sich aufseiten Federers bemerkbar. Neben Wimbledon verlor er auch in Madrid nach Matchbällen. Es waren die Nummern 23 und 24 (zum Vergleich: Nadal passierte das bislang 8, Djokovic 3 Mal). Eine genutzte Breakchance bei 24 Versuchen in den Duellen gegen Tsitsipas – das spricht Bände.

Der 21-jährige Grieche unterlag Federer neben den beiden Siegen in Basel und Dubai. So entwickelte sich Dominic Thiem zu einem veritablen Angstgegner. Sämtliche 3 Duelle 2019 gegen Federer entschied der Österreicher für sich.

Die Zukunft: Südamerika, French Open, Olympische Spiele

38 Jahre, na und? Auch in Sachen Fitness konnte der «Methusalem» der Tennis-Elite mit allen mithalten, doch die «Next Generation» kommt näher. Federers Agenda 2020 ist ebenfalls schon gut gefüllt. French Open und Olympische Spiele ergänzen die alljährlichen Aufgaben.

Sein Anreiz, zu gewinnen, ist grösser als die Angst, zu verlieren.
Autor: Heinz Günthardtüber Roger Federer

Zuvor bestreitet der nimmermüde Federer ab 19. November eine Exhibition-Tour durch Südamerika, im Dezember heisst das Ziel China. Zuviel des Guten? «Man kann ein Turnier nur gewinnen, wenn man dabei ist», stellt sich Günthardt hinter Federers Pläne. Zudem habe man gesehen, dass er auch auf Sand zu den Besten gehöre.

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Günthardt: «Federers Pläne machen Sinn»
Aus Sport-Clip vom 17.11.2019.
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Der Erfolgshunger ist noch nicht gestillt. Gleich nach dem Out in London sprach Federer darüber, 2020 seine Chancenauswertung verbessern zu wollen. Günthardt traut dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger auch die Titel Nummer 21 (und folgende) zu. Denn eine Sache ist in all den Jahren unverändert geblieben: «Sein Anreiz, zu gewinnen, ist grösser als die Angst, zu verlieren.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 16.11.2019, 14:50 Uhr

17 Kommentare

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  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Letztlich war das keine gute Saison. Nach Miami war der Faden gerissen. Federer verliert die grossen Spiel immer und kann wirklich nur mit Glück kleine Turniere erfolgreich bestreiten. rR wird und wurde immer massiv überschätzt, das Niveau von Nadal oder Djokovic erreichte er nie und nun wird er auch von Thiem und Tsisipas abgehängt. Federer ist für Schweizerverhältnisse sehr gut, im internationalen Vergleich hingegen eigentlich besseres Mittelmass.
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    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Ja klar, jeder mittelmässige Tennisspieler brächte es natürlich locker hin, insgesamt mehr als 300 Wochen die Weltnummer 1 zu sein und während 9 Jahren bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens den Viertelfinal zu erreichen (davon einmal 10 und einmal 8 Finals in Folge). Hallo, legen Sie Ihre Anti-Schweizer-Sport-Brille doch endlich einmal ab! Federer hat bei den ATP Finals nun einmal Đoković geschlagen und damit Ihre Prognose widerlegt. Warum fällt es Ihnen so schwer, das zu akzeptieren?
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    2. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Übrigens, was Thiem und Tsitsipas betrifft: Beide sind mehr als 10 Jahre jünger als Federer, daher kann man ihm wirklich keinen Strick draus drehen, wenn er gegen die beiden verliert. Zum Vergleich: Sampras verlor mehrheitlich gegen Hewitt, Safin und Roddick (alle um die 10 Jahre jünger als er), und Agassi verlor seinerseits grossmehrheitlich gegen Federer (10 Jahre jünger als er). Fazit: Dass die grossen Spieler häufig gegen wesentlich jüngere verlieren, ist keine Seltenheit und absolut normal.
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    3. Antwort von Michael Siffert  (Pedro Ez)
      Herr Kohler meinen sie das wirklich ernst oder versuchen sie mit ihrem Kommentar einfach die Kommentarcommunity zu trollen? Kann ja nicht mehr als ein schlechter Witz sein!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Ich bin der Meinung Roger hatte für seine 38Jahre ein sehr gutes Tennis Jahr 2019!
    Bei den Grand Slam Turnieren spielte er im ganzen Betrachtet sehr gut und es fehlte meist nur wenig zum Sieg und das Glück war auch nicht immer auf seiner Seite!
    Auch hat er auf Sand dieses Jahr sehr gut gespielt.
    Auch ei seinem "Baby" dem Laver Cup welcher wieder an Europa ging hat er ü erzeugt wie auch beim Heimturnier in Basel
    Chapeau Roger und viel Glück und Gesundheit im 2020!
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  • Kommentar von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
    Auffallend ist, wenn man sich Federers Palmares anschaut, dass er vor allem bei kleinen Turnieren (250er/500er) erfolgreich war. Bei den Big Titles also Grandslam, Master 1000, Atp Finals, Olympia, Davis Cup, liegt er bereits hinter Novak und Rafa zurück und das obwohl er 5 Jahre länger gespielt hat. Die Differenz von ca. 20 Titeln zwischen Federer(103) und den anderen( 80) beiden ist demzufolge nur auf die 250er Turniere usw zurückzuführen.
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    1. Antwort von Ali Baba  (Baba Ali)
      Gut recherchiert Miguel!
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    2. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      falsch gerechnet. big titles sind in erster linie GS. dann kann man wenn es sein muss die ATP finals und die Master 1000er noch rechnen. da sind alle in summe etwa gleich auf. aber olympia und davis cup gehören ganz sicher nicht zu den big titles.
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    3. Antwort von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
      @Thomas natürlich sind Gs mehr wert als Master 1000 trz gibt es die sogenannte Kategorie der Big Titles(auch auf der Atp Homepage). Selbstverständlich gehört Olympia dazu, dass ist wohl der schwierigste Titel überhaupt, da man ihn nur alle 4 Jahre gewinnen kann. Weshalb denken sie möchte Federer den unbedingt noch gewinnen? Ich weiss nicht wie lange sie Tennis schauen aber der Davis Cup war nach den Grandslam der wichtigste Titel. Nur weil Federer nicht mehr teilnimmt, ist er nicht wertlos.
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    4. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      absolut nicht korrekt. im tennis galt olympia sehr lange zeit sehr wenig. dann versuchte man es etwas attraktiver zu machen mit ein wenit ATP punkte die es zu gewinnen gilt. dennoch ist nachwievor im tennis der oylmpia titel weit weit hinter den GS anzusiedeln von der bedeutung her. dass RF das gerne hätte um olympia willen ist keine frage. er ist sportler durch und durch. DC zählt ebenfalls viel viel weniger weil es ein tam wettkampf ist. das weiss jeder der sich etwas damit beschäftigt.
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    5. Antwort von Albert Kuhn  (albertkuhn)
      Na und? Dann ist er immer noch der drittbeste Spieler aller Zeiten oder haben Sie da auch etwas einzuwenden. Ich (Sie wahrscheinlich auch) wäre froh, in irgendetwas unter den Besten der Welt zu sein.
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    6. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es kommt nicht allein auf den Wert eines Titels an. Davis Cup zählt deshalb nicht, weil es kein Einzelsport ist und auch die ATP diese nicht zählt. Und so viel ich weiss zählt die ATP auch Olympia nicht zu den sog. Big Titles weil es kein ATP-Anlass ist?
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    7. Antwort von René Ruf  (RenéR)
      @Miguel Garcia Lopez Die von Ihnen genannten Zahlen bzw. Statistiken sagen nicht alles. Vergleich Federer mit Nadal gibt es klare Unterschiede. Nadal mit 35 Masters-Titel, deren 25 auf Sand. Federer gewann auf seiner Lieblings-Unterlage Gras keinen, es gibt kein Masters-Turnier auf Gras (wie Sie gewiss wissen). Somit bleibt ihm vor allem Halle. Basel als Heimturnier gehört natürlich zu seinem Programm. Dies sind 20 Turniersiege der Kat. 250 & 500. Davis Cup kann Federer alleine nicht gewinnen.
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    8. Antwort von Miguel Garcia Lopez  (halloo)
      Wenn man eine Olympische Goldmedaille gewinnt,gehört man zu einem ganz kleinem Kreis von Sportlern eine grössere Ehre gibt es nicht.Zudem schauen Sie sich das Feld an, bessere und vor allem mehr Gegner als bei einem 1000er.Der Davis Cup zählte lange Zeit wie gesagt als 2.wichtigste Trophäe.Federer hatte als einziger einen weiteren Grandslamsieger im Team.Also hat er sicherlich das bessere Team als Nadal/Nole.Mir ist bewusst Federer schnitt bei beiden nicht so gut ab, trz mehr Objektivität bitte.
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    9. Antwort von Bruno Polli  (Pittbull)
      @halloo: Olympia hat ein 64er Tableau. Die Master1000 von Miami und Indian Wells sind 96er (Freilos 1. Runde für die besten 32. Also gleich viel Spiele wie Olympia. Die anderen Master1000 sind 48er Tableaus (Freilos für die besten 16) Ergibt 1 Spiel weniger als Olympia. Dass dort die besseren Spieler anwesend sind ist sicher nicht der Fall. 1.ist die Anzahl Spieler pro Land beschränkt. 2. Gibt es Einschränkungen zur Teilnahme. Federer z.b. braucht eine von zwei Wildcards um teilnehmen zu können
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    10. Antwort von Bruno Polli  (Pittbull)
      @Thomas Spirig: ja von 2000 - 2012 gab es Weltranglistenpunkte. In London für den Sieger 750. Also etwas mehr als ein Finalist in einem 1000er Turnier. Oder fast gleichviel wie ein 1/2 Finale in einem GS. Seit 2016 in Rio gibt es aber keine Punkte mehr. Beim Daviscup gab es übrigens auch mal welche. Wurde aber ebenfalls abgeschafft.
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    11. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      lopez man kann es drehen und wenden wie man will. im tennissport zählen in aller erster linie die GS. olympia ist sicher ehrenvoll aber weit weg von einem GS erfolg. der DC ist auch toll aber ebenfalls nicht zu vergleichen mit einem GS. fragen sie mal david ferrer wie viele seiner DC erfolge er hergeben würde für einen sieg in RG! wieviele masters hat pete sampras gewonnen neben seinen epischen 14GS? "nur" 11. interessiert (fast) niemanden.
      danke polli für die klärung bzgl. punkte.
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