«Das ist der beste Moment meiner Tenniskarriere», sagte Jérôme Kym am Mittwoch nach seinem Sieg in der 2. Runde der US Open. Vergleichbar nur mit seinem Davis-Cup-Debüt im Alter von 15 Jahren, so der Aargauer.
Der Fünfsatz-Erfolg in 4:20 Stunden gegen den Amerikaner Brandon Nakashima (ATP 31) war für Kym schon der 5. Sieg de suite in New York. Nach 3 Erfolgen im Qualifikations-Turnier hat die Weltnummer 175 nun bereits zwei Runden im «Main Draw» überstanden. Und das bei der Grand-Slam-Premiere im Hauptfeld.
Der Lohn: Einerseits 154'000 Dollar Preisgeld, was fast 50 Prozent seines bisherigen Karriere-Verdienstes entspricht. Andererseits ein Drittrundenduell mit Vorjahres-Finalist Taylor Fritz, der Nummer 4 der Welt.
Positive Bilanz gegen Top-100-Spieler
Gegen einen Kontrahenten des Kalibers von Fritz hat Kym in seiner Karriere auf Wettkampfstufe noch nie gespielt. Der 22-jährige Schweizer traf sowieso erst zehnmal auf einen Akteur aus den Top 100 des Rankings – drei dieser Begegnungen fanden an den diesjährigen US Open statt (inkl. Quali). Dank seines Laufs im «Big Apple» konnte Kym seine Bilanz auf 6:4 schrauben.
Mit einem Top-10-Crack hat sich Kym auf der Tour noch gar nicht gemessen. Der Kontrahent mit dem besten Ranking war bis anhin Ugo Humbert (FRA) gewesen. Der damaligen Weltnummer 16 unterlag Kym im letzten Herbst in der Startrunde von Basel mit 5:7 im Entscheidungssatz.
Fritz weiss nicht viel über Kym
Auf den besten Moment seiner Karriere folgt bei Kym nun der – mit Abstand – beste Gegner. Fritz erfreut sich einer beneidenswerten Form. Der 27-jährige Kalifornier hat in dieser Saison schon zwei Turniere gewonnen und stiess in Wimbledon bis in den Halbfinal vor. 2024 bezwang Fritz in Flushing Meadows unter anderem Holger Rune und Alexander Zverev und musste sich erst im Final Jannik Sinner geschlagen geben.
«Ich weiss nicht viel über ihn», sagt Fritz vor dem Rencontre mit dem fünf Jahre jüngeren Schweizer. «Er hat nichts zu verlieren. Aber auf solche Spieler treffe ich oft zu Beginn eines Turniers. Ich erwarte das Beste von ihm.»
Kym ist am Samstag ab ca. 02:30 Uhr im Louis Armstrong Stadium krasser Aussenseiter. Doch vielleicht verleiht diese Statistik dem jungen Schweizer etwas Zuversicht: In Cincinnati, Fritz' letztem Turnier vor den US Open, schied der Amerikaner just im Achtelfinal gegen einen Spieler ausserhalb der Top 100 aus (Térence Atmane aus Frankreich, damals noch die Weltnummer 136).