Aller guten Dinge sind... 13

Das französische Publikum ist nicht zu beneiden: Mit dem Beginn der zweiten Turnierwoche in Roland Garros ist mit Richard Gasquet nur noch ein Einheimischer dabei. Eine Premiere, die er auch dem Regen zu verdanken hat.

Richard Gasquet liegt nach seinem Sieg gegen Kei Nishikori auf dem roten Sandplatz auf dem Rücken. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Franzosen Richard Gasquet nach seinem Sieg gegen Kei Nishikori. Reuters

Mit 29 Jahren steht Richard Gasquet an der Porte d'Auteuil erstmals in der Runde der letzten Acht. 2011, 2012, 2013 und 2015 war er jeweils in den Achtelfinals gescheitert. Nun hat es mit dem Viertelfinal-Einzug an seinem «Heimturnier» endlich geklappt – im 13. (!) Anlauf.

Die Euphorie des Heimpublikums ist gross. Umso mehr, als dass Gasquet mit Beginn der zweiten Turnierwoche der einzig verbliebene Franzose im Tableau ist.

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Bildlegende: Das Titelbild der L'Équipe SRF

Der Dank gilt dem Regen...

Der französischen Sportzeitung L'Équipe war Gasquets Vorstoss in die Viertelfinals die Titelseite wert. Mit «La Fureur de Vaincre» (was so viel heisst wie Siegeswille/Siegeswut) beschrieb das Blatt den 6:4, 6:2, 4:6, 6:2-Sieg des Lokalmatadors gegen Kei Nishikori und bescheinigte dem Franzosen und seinem Coach Sergi Bruguera eine taktische Meisterleistung.

Gegen den Japaner hatte Gasquet jüngst in Madrid und Rom verloren. Beide Male im Achtelfinal, beide Male ohne einen Satz zu gewinnen. Auch am Sonntag erwischte der Franzose einen denkbar schlechten Start – 2:4 lag er hinten, als Petrus die Schleusen öffnete und die Spieler in die Katakomben geschickt wurden.

«  Der Regenunterbruch war entscheidend. »

Richard Gasquet

«Ich wusste, wenn ich Kei schlagen will, muss ich viel längere Bälle und viel schneller spielen. Der Regenunterbruch war entscheidend», sagte Gasquet, der die Partie nach Wiederaufnahme mit krachenden Rückhandwinnern und 6 gewonnenen Games in Serie in die richtigen Bahnen lenkte.

...und dem Coach

Seit Februar 2014 steht der Spanier Bruguera Gasquet als Headcoach zur Seite. Der 45-Jährige feierte am Bois du Boulogne mit den Turniersiegen 1993 und 1994 seine beiden grössten Erfolge.

Sergi Bruguera und Richard Gasquet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gutes Gespann Sergi Bruguera und Richard Gasquet. imago

«Bruguera sieht, wie eine Partie verläuft, sieht, wenn ich zu kurz spiele. Er hat selbst die grössten Spiele bestritten und weiss ganz genau, um was es geht. Diese Erfahrung schätze ich sehr», lobt Gasquet die Zusammenarbeit mit seinem spanischen Coach.

Im Viertelfinal trifft Gasquet am Dienstag auf Andy Murray. Glaubt man den Prognosen, könnte der Regen auch gegen den Schotten eine Rolle spielen – je nach dem, wann er einsetzt.

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Gasquet wirft Nishikori raus

0:32 min, vom 29.5.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zu den French Open