Auf leisen Sohlen zum nächsten Überraschungs-Coup?

Ein Jahr nach seinem Titelgewinn an den US Open kämpft Marin Cilic in New York auch 2015 um den Finaleinzug. Dass der Kroate erneut für Furore sorgen würde, hätte ihm nach einer schwachen Saison kaum jemand zugetraut.

Marin Cilic reisst nach dem Sieg die Arme in die Höhe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Guter Lauf Marin Cilic freut sich über den Halbfinal-Einzug. Keystone

2014 sicherte sich Marin Cilic seinen ersten und bislang einzigen Grand-Slam-Titel. Im Schatten der grossen Namen spielte er sich in New York von Fans und Experten fast unbemerkt durch das Turnier und feierte dank Siegen gegen Tomas Berdych, Roger Federer und Kei Nishikori schliesslich den ganz grossen Erfolg.

Nach schwacher Saison wieder erstarkt

Mit seinem Coup an den US Open trat Cilic aus dem Schatten seines Landsmanns und Trainers Goran Ivanisevic, der zuvor als einziger Kroate eine Major-Trophäe einheimsen konnte (Wimbledon 2001). Im Tenniszirkus wurde angesichts der starken Leistungen spekuliert, Cilic könnte vielleicht gar die Dominanz der grossen Vier (Federer, Djokovic, Nadal und Murray) beenden.

Dem war aber nicht so, ganz im Gegenteil. Das Jahr 2015 gestaltete sich für Cilic äusserst schwierig. Wegen einer Schulterverletzung musste er Anfang des Jahres mehrere Monate pausieren und verpasste deshalb unter anderem die Australian Open. Auch nach seiner Rückkehr lief es nicht wie gewünscht, Cilic erreichte keinen einzigen Final.

«  Ich würde nicht sagen ‹erleichtert›. Das bessere Wort ist ‹stolz›. »

Marin Cilic

Dass der 26-Jährige vor dem Start der US Open nicht zu den Titelanwärtern gezählt wurde, ist die logische Konsequenz aus diesen Leistungen. Und vielleicht exakt das, was Cilic für einen neuerlichen Triumph braucht. Denn wie im Vorjahr arbeitete er sich eher unauffällig Runde für Runde vor. Dank einem Fünfsatzsieg gegen Jo-Wilfried Tsonga steht er nun im Halbfinal und trifft dort auf Novak Djokovic.

Cilic nach seinem Viertelfinal-Sieg gegen Tsonga

1:06 min, vom 9.9.2015

Erinnerungen beflügeln Cilic

Seine bisher gelungenen Auftritte schreibt Cilic den Erlebnissen vor Jahresfrist zu: «Das bringt eine Menge an guten Erinnerungen in mir hoch, die besten, die ich in meinem Leben besitze», erklärte der Kroate. «Ich kam nach New York und wusste, dass ich hier gut spielen kann.» Auf die Frage eines Journalisten, ob er erleichtert sei, als Titelverteidiger so weit gekommen zu sein, meinte er: «Ich würde nicht sagen ‹erleichtert›. Das bessere Wort ist ‹stolz›.»

Sendebezug: SRF, laufende Berichterstattung zu den US Open