Belinda Bencic: Mit kleinen Schritten an die Spitze

Der sensationelle Lauf von Belinda Bencic an den US Open endete im Viertelfinal. Beeindruckend waren nicht nur ihre Siege, sondern auch wie sie mit der herben Niederlage gegen Shuai Peng umging.

Belinda Bencic schlägt nach ihrem Sieg gegen Jelena Jankovic die Hönder vor dem Gesicht zusammen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Staunen bei Bencic Belinda Bencic hat an den US Open ihre eigenen Erwartungen übertroffen. EQ Images

2:6 und 1:6 lautete das brutale Verdikt gegen eine entfesselte Shuai Peng. Belinda Bencic, die den Gegnerinnen zuvor ihr eigenes Spiel aufgezwungen hatte, fand für einmal kein Rezept.

Das deutliche Resultat war das einzige, was Bencic das Wort «Enttäuschung» aussprechen liess. Ansonsten wirkte die 17-Jährige schon kurz nach dem Out erstaunlich gefasst.

Bencic: «Ich lasse den Kopf sicher nicht hängen»

Ihre Gegnerin habe schlicht «super gespielt», ein solches Spiel «dürfe» sie verlieren, so Bencic. Die jüngste Grand-Slam-Viertelfinalistin seit Martina Hingis 1997 fand ihr Lächeln bald wieder. «Ich habe eine solche Freude, dass ich so weit gekommen bin. Jetzt lasse ich den Kopf wegen dieser Niederlage sicher nicht hängen.»

Tennis: Bencic nach der Niederlage im US-Open-Viertelfinal

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Als ihr ein Reporter vorrechnete, dass sie nach den US Open im Ranking bis auf Rang 33 vorstossen wird, konnte sie es selbst kaum glauben. «Nächstes Jahr werde ich keine Qualifikationen mehr spielen müssen. Unfassbar!».

Erfahrungen gesammelt für nächstes Jahr

Zweimal hat Belinda Bencic an den US Open im grössten Stadion der Welt spielen dürfen. Erfahrungen, die ihr im nächsten Jahr bei den Grand-Slam-Turnieren entgegenkommen werden: «Ich fühle mich echt gut auf diesen Plätzen. Das ist sicher positiv.» Zuversichtlich stimme sie auch, dass sie sich ihrem Ziel, der Spitze, in kleinen, aber regelmässigen Schritten nähere. An den Australian Open im Januar hatte sie die zweite Runde erreicht, in Wimbledon im Juni erstmals die dritte und nun überstand sie in New York bereits vier Runden.

«Habe viel Zeit, um für die nächste Saison zu trainieren»

Bencic beendet ihre erste volle Saison auf der WTA-Tour mit den Turnieren in Tokyo, Peking und Tianjin, danach hat sie die Anzahl Turniere ausgeschöpft, die sie in ihrem Alter spielen darf. Das frühe Saisonende Mitte Oktober ist für sie aber kein Nachteil: «So werde ich mehr Zeit haben, um für die nächste Saison zu trainieren. Ich werde hart arbeiten», versprach Bencic.

An den Australian Open im nächsten Januar könnte sie sich bereits unter den 32 gesetzten Top-Spielerinnen wiederfinden. Nur zur Erinnerung: Auf Rang 212 war sie vor 8 Monaten in die aktuelle Saison gestartet.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 02.09.14 19:00 Uhr

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