Djokovic: «Machte kritische Momente durch»

Seinen 5. Triumph in Melbourne hat sich Novak Djokovic im Endspiel gegen Andy Murray hart erkämpfen müssen. Vor allem zu Beginn des dritten Satzes ging der Serbe auf dem Zahnfleisch und wirkte angeschlagen. Damit brachte er jedoch auch seinen Gegner aus dem Konzept.

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Beschwerden bei Novak Djokovic

0:45 min, vom 1.2.2015

Schon zu Beginn des zweiten Satzes wirkte Novak Djokovic in der Rod Laver Arena von Melbourne erstmals angeschlagen. Vermehrt verlor er das Gleichgewicht, hinkte und taumelte an der Grundlinie hin und her. Auch zu Beginn des dritten Satzes war er oft zu spät am Ball, sein Timing bei den Schlägen stimmte teilweise gar nicht. Prompt fing er sich im dritten Umgang ein frühes Break ein.

Physisch am Anschlag – trotzdem im Aufwind

«Ich bekam Zweifel», gab Djokovic nach der Partie zu. «Du willst dem Gegner die Schwächen nicht zeigen. Aber ich machte kritische Momente durch.» Die ersten beiden Sätze, die über zweieinhalb Stunden dauerten, hätten ihn physisch extrem gefordert. «Ich fühlte mich ausgepowert. Ich brauchte ein wenig Zeit, um wieder zurück in die Spur zu finden», meinte Djokovic zu seinem zwischenzeitlichen Tief.

Tatsächlich spielte die Nummer 1 der Welt nach ihrer Schwächephase auf einmal wieder ganz stark auf, kämpfte sich vom 0:2-Rückstand im dritten Satz zurück und gewann somit 12 der nächsten 13 Games bis zum Sieg.

Murray verliert den Faden

Djokovics plötzlicher Aufschwung war aber auch begünstigt durch einen deutlichen Leistungsabfall von Andy Murray, den die körperlichen Probleme seines Gegners sichtlich verunsicherten. «Es schien als hätte er Krämpfe», gab der Schotte nach der Niederlage zu Protokoll und fügte an: «Ich liess mich dadurch aus der Fassung bringen. Es frustriert mich, dass ich mich davon beeinflussen liess».

Auf einer Stufe mit Tennis-Legenden

Beschwerden hin oder her, am Ende stand der 16. Sieg von Djokovic gegen Murray (und sein 5. in Folge) fest. Mit seinem erneuten Triumph in Melbourne hat der 27-Jährige Geschichte geschrieben. Als erster Spieler der Open-Ära konnte er in «Down Under» 5. Mal triumphieren.

Mit seinem 8. Grand-Slam-Titel stieg er zudem in einen illustren Kreis von Top-Spielern auf. «Für mich ist es ein grosses Privileg, gleich viele Grand-Slam-Turniere wie Grössen wie Andre Agassi, Jimmy Connors, Ivan Lendl oder Ken Rosewall gewonnen zu haben», so der überglückliche Djokovic.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 01.02.15 09:30 Uhr

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Heinz Günthardts Fazit zu den Australian Open

1:26 min, vom 1.2.2015