Erstmals überhaupt in der Open Era hätte am Freitagabend ein rein italienischer Grand-Slam-Halbfinal bei den Männern über die Bühne gehen sollen. Doch aus dem geschichtsträchtigen Duell zwischen Matteo Arnaldi (ATP 104) und Flavio Cobolli (ATP 14) wurde nichts. Keine halbe Stunde vor dem Spiel musste Arnaldi aufgrund einer Viruserkrankung Forfait geben.
Ich konnte weder essen und trinken, noch mich bewegen.
«Ich konnte vergangene Nacht nicht schlafen und musste mich mehrmals übergeben», erklärte Arnaldi seinen Rückzug an der Medienkonferenz. «Klar wollte ich eine Forfait-Niederlage verhindern, doch ich konnte weder essen und trinken, noch mich bewegen», so der 25-Jährige weiter. Cobolli sprach seinem Landsmann sein Mitgefühl aus: «Als er mich informierte, fing ich ich beinahe an zu weinen. Er ist eine Inspiration für uns, es tut mir extrem leid für ihn.»
Damit steht Cobolli kampflos im Final und trifft dort am Sonntag (15:00 Uhr live bei SRF) auf Alexander Zverev (ATP 3). Der Deutsche hatte den ersten Halbfinal gegen Jakub Mensik (ATP 27) in vier Sätzen für sich entschieden.
Riesenpech für Arnaldi
Auf der anderen Seite endete das Märchen von Arnaldi abrupt. Vor seinem Halbfinal-Einzug an den diesjährigen French Open wies der 25-jährige Italiener einen Achtelfinal als bestes Grand-Slam-Ergebnis aus. In der Weltrangliste wird Arnaldi, aktuell nur die Nummer 104, dank seines Erfolgslaufs in Paris einen grossen Sprung machen und sich den Top 30 annähern.
Auch für Cobolli wäre es der erste Halbfinal an einem Major-Turnier gewesen. Die Hürde überspringt der 24-Jährige nun kampflos und kämpft am Sonntag wie auch Zverev um den ersten Grand-Slam-Titel. Unabhängig vom Ausgang des Finals wird Cobolli am Montag erstmals in die Top 10 vorstossen. Bei einem Sieg wäre der Italiener die neue Nummer 5, im Falle einer Niederlage die Nummer 10.