- Alexander Zverev (ATP 3) bezwingt Jakub Mensik (CZE/ATP 27) im Halbfinal von Roland Garros mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3.
- Der Deutsche steht damit zum vierten Mal im Final eines Grand-Slam-Turniers, zum zweiten Mal in Paris.
- Zverevs Final-Gegner heisst Flavio Cobolli (ATP 14). Der Italiener profitiert vom Forfait seines Landsmanns Matteo Arnaldi (ATP 104).
30 Jahre sind inzwischen vergangen, seit mit Boris Becker letztmals ein deutscher Tennisspieler eine Grand-Slam-Trophäe in die Höhe stemmte (Australian Open). Am Sonntag könnte Alexander Zverev die lange Durststrecke in Paris beenden. Der 29-jährige Hamburger wurde im Halbfinal der French Open seiner Favoritenrolle gegen Jakub Mensik gerecht und ist nur noch einen Schritt vom erlösenden ersten Major-Triumph entfernt.
Enger Startsatz
Zu Beginn der Partie hatte der tschechische Aussenseiter noch gut mithalten können. Es war Mensik, der sich im ersten Durchgang zuerst Breakbälle erspielen konnte. Beim Stand von 4:3 liess der 20-Jährige aber gleich drei Chancen auf den Servicedurchbruch liegen. Bei 5:5 kam dann auch Zverev zu seiner ersten Breakchance – und nutzte diese eiskalt aus. Kurz darauf servierte der Deutsche den Startsatz ins Trockene.
Mit der Führung im Rücken spielte Zverev noch befreiter auf, Mensik auf der anderen Seite machte nicht mehr den frischesten Eindruck. Der zweite Umgang dauerte nur etwas mehr als eine halbe Stunde und ging mit 6:2 ebenfalls an Zverev.
Kurzer Durchhänger bleibt ohne Folgen
Mit dem Finaleinzug vor Augen zog der Olympiasieger von Tokio seine erste und einzige Schwächephase ein. Diese öffnete Mensik die Türe zu seinem einzigen Break der Partie zum 4:2 im dritten Umgang. Diesen Vorsprung verwaltete die Weltnummer 27 gekonnt und verkürzte in Sachen Sätzen auf 1:2.
Wer auf Court Philippe-Chatrier nun die grosse Wende erwartete, wurde enttäuscht. Zverev übernahm sogleich wieder die Initiative und breakte seinen Widersacher im vierten Satz gleich bei erster Gelegenheit zum 2:0. Diese Hypothek vermochte Mensik nicht mehr wettzumachen. Nach 3:01 Stunden verwertete Zverev seinen ersten Matchball zum 7:5, 6:2, 3:6, 6:3-Sieg.
Grosse Chance am Sonntag
Damit bietet sich Zverev am Sonntag die ganz grosse Chance, doch noch seinen ersten Titel an einem Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. In seinen bisherigen drei Major-Finals musste sich der Deutsche immer geschlagen geben, 2020 an den US Open Dominic Thiem, 2024 an den French Open Carlos Alcaraz und 2025 an den Australian Open Jannik Sinner.
In sein zweites Endspiel in Paris wird Zverev aber als klarer Favorit steigen. Seine ärgsten Widersacher mussten entweder verletzt passen oder sind schon früh ausgeschieden. Gegner im Final wird Flavio Cobolli (ATP 14) sein. Der Italiener musste zum Halbfinal nicht antreten, weil sein Landsmann Matteo Arnaldi (ATP 104) wegen eines Virus kurzfristig Forfait gegeben hatte.