Federer führt klar, wackelt und ringt dann Wawrinka nieder

Roger Federer behält im Schweizer Halbfinal-Kracher gegen Stan Wawrinka das bessere Ende für sich. Nach einem aufwühlenden Match und total 3:05 Stunden siegte er mit 7:5, 6:3, 1:6, 4:6, 6:3.

  • Federer steht zum insgesamt 6. Mal und erstmals nach 2010 wieder im Melbourne-Final
  • Allerdings drohte ihm gegen Wawrinka eine Niederlage nach 2:0-Satzführung
  • Dennoch poliert er die Head-to-Head-Bilanz gegen Wawrinka auf 19:3 auf

Das Comeback-Märchen von Roger Federer ist um ein Kapitel reicher. Der «Maestro» schaffte bei seiner furiosen Rückkehr auf die Tour tatsächlich den Durchmarsch ins Endspiel. Dabei musste er im 22. Direktvergleich mit Stan Wawrinka aber durch ein Wechsel-, teilweise sogar durch ein Stahlbad der Gefühle gehen.

Doch was für ihn zählt: Der Baselbieter spielt am Sonntag in «Down Under» (live ab 9:20 Uhr auf SRF zwei) entweder gegen Rafael Nadal (Sp/ATP 9) oder Grigor Dimitrov (Bul/ATP 15) um seine 18. Grand-Slam-Trophäe und die erste seit Wimbledon 2012. 3 Mal nahm er seither in einem Final Anlauf – stets scheiterte er an Novak Djokovic.

Das Aufbäumen nach den Tränen

Gegen seinen um 4 Jahre jüngeren Kumpel Wawrinka war der 35-Jährige zunächst der dominantere Spieler und legte nach Sätzen auf 2:0 vor. Während der 1. Umgang ein Kampf auf Augenhöhe gewesen war (Federer verwertete seine 4. Breakchance zum 7:5), setzte er gegen den ungewohnt fehleranfälligen US-Open-Champion zum Solo an (6:3).

Das rechte Knie Wawrinkas ist mit einem Verband eingewickelt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wir haben ein neues Knie der Nation Stan Wawrinka trug ab dem 3. Satz einen Verband. Imago

Verblüffenderweise lancierte ein Intermezzo, bei dem die Chancen Wawrinkas noch weiter zu sinken drohten, die Partie neu. Denn in der Schlussphase von Durchgang 2 wirkte der Romand handicapiert und trug später einen Verband unter dem rechten Knie. Mit wässrigen Augen und zusammen mit einem Physiotherapeuten hatte er den Court verlassen, Federer schaute kurz darauf in seiner Kabine vorbei.

Zurück auf dem Platz, reagierte Wawrinka auf seine eigenwillige Art – und ein nun völlig verunsicherter Federer geriet aus dem Tritt:

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Federer knackt 100-Mio-Marke

Als 2. Spieler nach Novak Djokovic hat Roger Federer mit dem Halbfinal-Sieg gegen Stan Wawrinka über 100 Millionen US-Dollar an Preisgeld eingesackt. Vor Melbourne war er bei 98'830'825 Dollar. Nun kommen mindestens 1,9 Millionen oder im Optimalfall sogar 3,7 Millionen dazu.

  • So holte sich Wawrinka 7 Games in Folge.
  • Nach nur 26 Minuten gehörte der 3. Satz mit 6:1 ihm.
  • Wawrinka eröffnete auch den Umgang 4 gleich mit einem Service-Durchbruch, war aber auf ein 2. Break angewiesen, um nach 145 Minuten den Satzausgleich zu schaffen.

Federer kann nochmals kontern

Doch Federer, der nun längst auch ein Medical-Timeout hatte beanspruchen müssen, meldete sich im Entscheidungssatz zurück. 2 Breakchancen musste er erst abwehren – und schlug dann im Gegenzug zurück. Ausgerechnet ein Doppelfehler Wawrinkas ermöglichte ihm das wegweisende Break zum 4:2. Nach 185 Minuten beendete Federer mit einem Aufschlagwinner eine intensive Partie.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 26.01.2017 09:20 Uhr

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Federer im Platzinterview: «Der Physio hat Wunderhände» (Engl.)

7:06 min, vom 26.1.2017