Heinz Günthardt, müssen wir uns Sorgen um Wawrinka machen?

Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres rückt immer näher. Gibt es einen neuen Grand-Slam-Sieger? Kann eine Schweizerin Serena Williams stoppen? Wir haben unseren Tennis-Experten Heinz Günthardt mit 5 Thesen konfrontiert.

Stan Wawrinka hatte zuletzt mit persönlichen Problemen zu kämpfen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie steht es um seine Form? Stan Wawrinka hatte zuletzt mit persönlichen Problemen zu kämpfen. EQ Images

  • Die Chance, dass Donald Trump US-Präsident wird, ist grösser, als dass wir einen neuen Grand-Slam-Sieger erleben werden.

    Heinz Günthardt: Da muss ich definitiv widersprechen. Donald Trump müsste so weit rechts gehen um die Nomination von den Republikanern zu bekommen, dass er die «General Election» nicht gewinnen kann. Mittlerweile ist die Leistungsdichte im Männertennis so gross, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir in Flushing Meadows einen neuen Sieger sehen werden. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen.

«  Nadal fehlen definitiv ein paar PS. »

Heinz Günthardt

  • Eine Schweizerin beendet Serena Williams' Traum vom Grand Slam.

    Da stimme ich gerne zu. Hinter Serena Williams präsentiert sich die Ausgangslage so offen wie schon lange nicht mehr. Sollte Serena einen schwachen Tag einziehen, gibt es rund ein Dutzend Spielerinnen, die sie schlagen können. Dazu zähle ich auch Belinda Bencic und Timea Bacsinszky.

  • Wir müssen uns um Stan sorgen machen, er ist auch in New York mit den Gedanken nicht beim Tennis.

    Wenn man mit den Gedanken nicht bei den Schlägen ist, kann es dazu führen, dass man befreiter aufspielt und lockerer durchzieht. Wenn Stan dies tut, kommt meistens sehr viel dabei raus. Bei ihm stellt sich wie eigentlich immer die Frage, ob er die ersten zwei, drei Runden ‹überlebt›. Wenn ihm dies gelingt, spielte er sich zuletzt oft in einen Rausch. Das könnte durchaus auch bei den US Open passieren.

«  Djokovic ist keine unüberwindbare Hürde. »

Heinz Günthardt

  • Rafael Nadal ist derzeit ein Schatten seiner selbst, ein Viertelfinal wäre für ihn bereits ein grosser Erfolg.

    Da stimme ich zu. So wie er momentan drauf ist, ist es nicht absehbar, wie er auf schnellen Belägen bestehen soll. Er strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen und ist langsamer auf den Beinen, als ich es jemals bei ihm gesehen habe. Ob es verletzungsbedingt ist oder reine Kopfsache, das weiss nur sein Umfeld. Es fehlen ihm nach den vielen Verletzungen aber definitiv ein paar PS.

  • Cincinnati hin oder her: Kommt es zum Duell zwischen Federer und Djokovic, siegt der Serbe. Er ist über drei Gewinnsätze zur unüberwindbaren Hürde geworden.

    Nein, Djokovic ist keine unüberwindbare Hürde. Er mag über ‹Best of Five› Federer zuletzt einige Male geschlagen haben, aber jede Serie geht einmal zu Ende. Und je länger die Serie dauert, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass sie reisst.

Video «Tennis: US Open, die Duelle Federer - Djokovic» abspielen

Umkämpft und dramatisch: Duelle Federer - Djokovic in New York

1:44 min, vom 27.8.2015

Sendebezug: SRF info, sportlive, 23.08.2015, 19:00 Uhr