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Bencic über ihr Zimmer, das Training und das Luft-Problem
Aus Sport-Clip vom 22.01.2021.
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In Melbourne in Quarantäne Bencic: «Komme mit einer Raucherlunge hier raus»

Die Schweizerin spricht nach einer Woche Quarantäne in ihrem Hotelzimmer über Trainings, Chancengleichheit und Staub.

Seit 8 Tagen ist Belinda Bencic zusammen mit ihrem Freund und Fitnesscoach Martin Hromkovic in einem rund 20 Quadratmeter grossen Zimmer in Melbourne eingeschlossen. Zwei Wochen dauert für sie die Quarantäne, nachdem Passagiere von ihrem Flug bei der Ankunft in Australien positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Wie fit kann sich Bencic halten?

Bei diesen Bedingungen vor einem so wichtigen Turnier wie den Australian Open ist deshalb Kreativität gefragt. Die haben Bencic und ihr Coach: Die beiden verwandeln jeweils während des Tages das Zimmer in einen Fitnessraum inklusive kleinem Tennisplatz.

Ich bin dankbar, dass wir während dieser Pandemie überhaupt spielen können.
Autor: Belinda Bencic

Bereits vor dem Frühstück absolviert sie eine Session auf dem Hometrainer, auch ein Medizinball und Gewichte wurden organisiert. Sie versuche, auch viel in der Bewegung zu trainieren, mit «Stop and Go»-Übungen oder Side Steps. Bencic weiss aber auch: «Die harte Vorbereitung war für nichts, in 2 Wochen verliert man praktisch alles.»

Die grösste Sorge: Staub

4 bis 5 Stunden dauert Bencics tägliches Programm im Zimmer, in dem sie auch isst und schläft. Am meisten Sorge bereitet ihr die Luftqualität: «Es ist sehr staubig.» Die Fenster lassen sich nicht öffnen, ein Staubsauger fehlt, die Zimmer werden nicht gereinigt.

Mit dem Teekocher hätten sie versucht, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, um dem Problem etwas Abhilfe zu schaffen. «Wahrscheinlich komme ich mit einer Raucherlunge hier raus», meint Bencic mit einem Lächeln.

Keine Chancengleichheit

6 Tage müssen Bencic und Hromkovic noch durchhalten, während andere nur eine leichte Quarantäne verordnet bekamen und bis zu 5 Stunden täglich aus dem Zimmer dürfen, um normal zu trainieren. Wenn Konkurrentinnen zum Training abgeholt werden oder auf den sozialen Medien Trainingsvideos posten, komme leichter Neid auf, man vergleiche sich natürlich.

Beklagen will sich die Ostschweizerin aber nicht. Sie wolle nicht motzen, sagt sie – im Wissen, dass ihre Chancen auf ein gutes Abschneiden an den Australian Open (ab dem 8. Februar) aufgrund der harten Quarantäne-Verordnung gesunken sind. «Ich bin dankbar, dass wir während dieser Pandemie überhaupt spielen können.»

SRF zwei, sportflash, 16.01.2021, 20:00 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Spuhler  (PSp)
    Die armen Tennisprofis, wenn ich Zeit hätte, hätte ich erbarmen.
    Die müssen nicht, sie wollen, also müssen sie's aushalten.
    Wir in der Schweiz müssen es aushalten und das Beste daraus machen.
    Sport ist gesund
  • Kommentar von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
    Unsere Wirtschaftsvertreter könnten etwas von Australien lernen: die Wirtschaft läuft dort auf vollen Touren. Kein geschlossenen Läden, nichts.
    Keine teuren Spitalkosten. Wie erreicht man das, indem man den Virus kompromisslos bekämpft, statt wie bei und rumzuboomern.

    Der Preis ist, dass eben hin und wieder ein ganzes Flugzeug in Quarantäne muss.
  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    Der Wahnsinn was da Läuft. Keinen Staubsaugen zu bekommen ist doch blödsinn.
    14 Tage sperrt man die Spieler in kleine Räume mit viel Staub. Das ist bestimmt ungesund. Ich verstehe nicht was sich die Organisatoren dabei denken.
    Hatte überhaupt jemand Corona? Oder sind alle gesund eingesperrt?
    Naja. die Spieler sind ja Freiwillig da und könnten sicher jederzeit nachhause.
    1. Antwort von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
      Andy Hug, Australien hat eben verstanden, dass ernsthafte Covidbekämpfung langfristig billiger kommt als jahrelang die Wirtschaft auf halbe Kraft abzubremsen.
    2. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Sie ist in Quarantäne, weil jemand (oder mehrere) auf ihrem Flug Corona hatte!
    3. Antwort von Armin Meile  (MrMele)
      @Vera Kehrli: Eigenverantwortung bedeutet, selbst auf die Gesundheit zu achten und Risikogruppen konsequent schützen, statt gesunde Junge einzusperren. Was Australien betrifft: Ich lebte dort und bin über die Lage durch direkte Kontakte im Bild. Ja, als Insel kann man die Ansteckungsvermeidungsstrategie einfacher umsetzen, aber der Preis für (angeblich) praktisch null Fälle ist extrem hoch, glauben Sie mir. AUS ist ein Polizeistaat geworden, freier Wille und selbständiges Handeln war gestern.